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Notfallübung im Staatsarchiv Dresden

Notfallübung im Staatsarchiv Dresden

Für Archive, Bibliotheken und Museen ist es das „Worst-Case-Szenario“ – Feuer im Magazin und Löschwasserschäden an unersetzbaren Kulturgütern.

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Zwei Männer bei der Feuerwehrübung im Staatsarchiv Dresden.

Quelle: dpa

Das Hauptstaatsarchiv Dresden hat deshalb gestern in einer Notfallübung den Ernstfall simuliert. Geprobt wurde dabei die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und dem 2001 gegründeten Notfallverbund der Dresdner Kulturinstitutionen.

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Im Hauptstaatsarchiv Dresden übte die Feuerwehr am Donnerstag für den Ernstfall.

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Mit rund 50 000 Urkunden und 50 Regalkilometern Akten aus mehr als 1000 Jahren sächsischer Geschichte zählt das Hauptstaatsarchiv zu den 100 bedeutendsten Archiven der Welt – im Falle eines Feuers müssen alle Mitarbeiter Ruhe bewahren und erprobt sein, um die wertvollen Schätze vor der Zerstörung zu bewahren. „Wichtig ist, dass im Falle eines Falles nicht Hektik ausbricht“, erzählt Dr. Guntram Martin, Leiter des Staatsarchivs. „Das ist schließlich kein Fliegeralarm, jeder Handgriff sollte sitzen und jeder Mitarbeiter muss in diesem Moment wissen, was zu tun ist.“

Der Alarm ging kurz nach 10 Uhr gestern früh los. Mehr als 60 Helfer haben sich an der Übung für den Notfall beteiligt. Mit einer Hochdruck-Vernebelungsanlage wurde ein „Brand“ im Magazinbestand gelöscht. Die innovative Löschanlage kommt mit kleinsten Wassermengen aus. Eine besondere Rolle spielte gestern der 2014 beschaffte Spezialrettungszug für Kulturgüter, den die Freiwillige Feuerwehr Dresden-Kaitz unterhält. Er verfügt unter anderem über spezielle Drehstapelbehälter, in denen löschwassergeschädigtes Archivgut gesammelt und in Kühlhäuser transportiert werden kann. Dies soll verhindern, dass sich Schimmel am Papier bildet.

Zuvor wurde das feuchte Schriftgut über eine Menschenkette durch den Hausflur transportiert, um die beschädigten Dokumente anschließend in Klarsichtfolie zu verpacken, um zu verhindern, dass diese aneinander frieren. Der komplette Archivbestand ist in Spezialkartonagen untergebracht, die einen guten Schutz gegen Entflammung und Löschmittel bieten. „Auch wenn die Kartons äußerlich komplett durchnässt sind, nimmt das Papier im Inneren kaum größeren Schaden“, betont Dr. Martin.

Ein Notfallplan sieht unter anderem Maßnahmen für eine rasche Evakuierung vor, wie sie gestern erstmals im Verbund getestet wurde. Der Notfalleinsatz in diesem vollen Umfang wurde zum ersten Mal durchgeführt. „Wir proben natürlich öfter Übungen in den einzelnen Stationen durch, wie die Evakuierung oder die sachgerechte Verpackung der beschädigten Schriftstücke“, erzählt der Archiv-Leiter.

Das Dresdner Hauptstaatsarchiv besitzt nach der Sanierung 2011 derzeit eines der modernsten Brandschutzsysteme deutscher Archive.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12. Juni 2015.

Juliane Weigt

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