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Neuer Farbanschlag gegen Teppich-Kunstprojekt am Dresdner Landgericht

Neuer Farbanschlag gegen Teppich-Kunstprojekt am Dresdner Landgericht

Das Teppich-Kunstprojekt von Nezaket Ekici vor dem Landgericht ist schon wieder beschmiert worden. Unbekannte haben in der Nacht zu Montag auf die Rückseite „Der Islm ist Scheiße“ gesprayt.

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Bereits Ende Mai war es beschmiert worden. Außerdem sind bereits mehrfach Teppiche gestohlen worden.

„Ich bin erschüttert“, kommentierte Ekici am Montag die neuen Schmierereien, „das ist der Wahnsinn“. Die Teppiche hängen auf einem Stahlgerüst und bilden ein Tor vor dem Landgericht am Sachsenplatz. Sie sind frei zugänglich und werden nicht bewacht. Das haben sich nun zum wiederholten Mal Schmierer zunutze gemacht, um dort islamfeindliche Parolen zu hinterlassen. Die 44-jährige Künstlerin ist schockiert. „Ich bin sehr emotional angegriffen“, sagte die in Berlin lebende Frau, die türkische Wurzeln hat.

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Die Teppichinstallation am Landgericht Dresden ist erneut beschmiert worden.

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Die Polizei will die beschmierten Teppiche dieses Mal nicht entfernen lassen. Zwar handelt es sich so um eine "fortgesetzte Straftat", so Polizeisprecher Thomas Geithner, die Beamten wollen aber dem Wunsch der Künstlerin gerecht werden, und die beschmierten Teppiche hängen lassen. Das war Ende Mai noch anders: „Wir haben damals gedacht, das Kunsterk gehöre der Stadt“, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Die Polizei habe also die Feuerwehr informiert, damit die Teppiche abgehängt werden. Und die handelte prompt und nahm die beschmierten Läufer ab. Später wurden sie wieder aufgehängt. Allerdings so, dass die Schmierereien nur noch bei genauem Hinsehen zu finden waren.

Hinweise zu den Tätern nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (0351) 483 22 33 entgegen.

Mit Blick auf die Erinnerung an Marwa El Sherbini, die am 1. Juli 2009 im Landgericht ermordet wurde, besteht die Künstlerin darauf, dass die Teppiche trotz der neuen Schmierereien weiter öffentlich gezeigt werden. Sie einfach verschwinden zu lassen, versteht Nezaket Ekici als Vertuschungsversuch. Besser wäre, wenn jeder sehen könnte, was es für Ressentiments gibt, meint die 44-Jährige.

Ihr Kunstwerk wurde inzwischen schon neun Mal beschädigt, so Ekici. Zwei Mal wurde es bisher beschmiert, fünf Mal wurden Teppiche gestohlen. Als Beschädigung ordnet die Berlinerin aber auch den Einsatz nach den ersten Schmierereien Ende Mai ein. Die Behörden hätten ihr Kunstwerk ein zweites Mal beschädigt, als sie damals die betroffenen Teppiche „hektisch“ entfernen ließen, sagte Ekici damals. Dies wertete sie als „doppeltern Akt der Missachtung der künstlerischen Integrität“ ihrer Arbeit.Das Kunstwerk „Post it“ soll wie ursprünglich geplant noch bis zum 5. Juli vor dem Landgericht zu sehen sein.

Christoph Springer

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