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Nach Schmierereien an Moschee in der Johannstadt - Noch keine heiße Spur zu Tätern

Nach Schmierereien an Moschee in der Johannstadt - Noch keine heiße Spur zu Tätern

Bisher unbekannte Täter haben in der Nacht zum Donnerstag das Kulturzentrum Marwa El-Sherbini an der Marschnerstraße beschmiert. "Mohamed ist eine Schwuchtel" steht dort unter anderem in großen Lettern an einer Wand.

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Dr. Saad Elgazar zeigt die Schmierereien an der Hauswand.

Quelle: Stephan Hönigschmid

Das Kulturzentrum wird von Dresdner Muslimen als Moschee genutzt, um dort unter anderem fünf Mal am Tag zu beten. Der Erste, der die Schmierereien gestern entdeckte, war der 48-jährige Mohamed Hassan. "Ich bin morgens kurz nach 6 Uhr in der Gemeinde eingetroffen, um das Morgengebet um halb sieben zu besuchen. Bereits vom Auto aus habe ich die Schmierereien gesehen", sagt Hassan. Drei weitere Gemeindemitglieder waren ebenfalls zu morgendlicher Stunde anwesend und ärgerten sich über den Schriftzug.

Eine Vermutung, wer der Täter gewesen sein könnte, hat Mohamed Hassan nicht. "Ich kann es mir nicht erklären. Wir leben in Frieden mit unseren Nachbarn und haben auch sonst keine Feinde", so Hassan. Die Frage, ob er und die anderen Gemeindemitglieder jetzt Angst hätten oder sich bedroht fühlten, verneint er. "Ich habe keine Angst, möchte aber nicht, dass so etwas noch einmal passiert."

Nach Angaben des Vorsitzenden der Gemeinde, Dr. Saad Elgazar, ist es das erste Mal, dass die Gemeinde mit Graffitischmierereien zu tun hat. "Wir sind seit Juli 2009 an diesem Standort und wurden bisher davon verschont", so Elgazar. Er fürchtet, dass die Lage einmal eskalieren könnte. "Im Moment sind es nur Schmierereien, aber es könnte ja jemand auch mal auf die Idee kommen, Feuer zu legen."

Weil ihn dieser Gedanke beunruhigt, setzt er seine ganze Hoffnung in die Polizei. "Ich bin der Dresdner Polizei sehr dankbar. Der Leiter der Direktion sagte mir, dass die Zahl der Streifen, die hier patrouillieren, ab sofort von bisher zwei Fahrten pro Tag deutlich erhöht wird", berichtet das Gemeindeoberhaupt. Auf einer routinemäßigen Streifenfahrt hatten Polizeibeamte gestern die Schrift- züge selbst entdeckt. Da am Vortag bis etwa 20 Uhr Menschen in dem Haus waren und zu diesem Zeitpunkt alles in Ordnung war, muss der Tatzeitpunkt in den Stunden bis 6 Uhr des gestrigen Tages gelegen haben. Die Kriminalpolizei geht von einem islamfeindlichen Hintergrund aus und hat Ermittlungen aufgenommen. Eine heiße Spur zu den Tätern gibt es noch nicht.

Neben dem ideellen Schaden ist für die Gemeinde, in der an jedem Freitag 600 bis 700 Muslime beten, durch die Graffiti-Schmierereien auch ein wirtschaftlicher Schaden entstanden. "Wir müssen wohl etwa 5000 Euro ausgeben, um das Gemeindehaus neu streichen zu lassen", sagte Mohamed Hassan.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.01.2015

Stephan Hönigschmid

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