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Nach Niederlage gegen St. Pauli: Dynamo-Fans bewerfen Gäste-Bus mit Flaschen - Überfall auf Fankneipe in der Neustadt

Nach Niederlage gegen St. Pauli: Dynamo-Fans bewerfen Gäste-Bus mit Flaschen - Überfall auf Fankneipe in der Neustadt

Was zunächst nach einer ruhigen Begegnung zwischen der SG Dynamo Dresden und dem FC St. Pauli aussah, nahm am späten Sonntagnachmittag eine andere Wendung.

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Da war er noch ganz: Der St.-Pauli-Bus am Samstagabend vor dem Hotel.

Quelle: Tanja Tröger

Aufgebrachte Dynamo-Anhänger beschädigten den Bus der Hamburger Mannschaft. Zudem wurde am Abend eine Fankneipe des Gästevereins in der Dresdner Neustadt überfallen.

„Um 16.30 Uhr war die Welt noch in Ordnung", formulierte es Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Nur 15 Minuten später erhielten die Beamten die Meldung, dass Randalierer den Hamburger Mannschaftsbus am Straßburger Platz, also unmittelbar nach der Abreise vom Stadion, mit Flaschen beworfen haben. Zwei Scheiben gingen dabei zu Bruch, verletzt wurde niemand. „Die Situation war verdammt unangenehm und hat uns ziemlich schockiert“, sagte Teammanager Christian Bönig auf dpa-Anfrage. „Wenn man in einem Bus sitzt und weder vor noch zurück kann, ist das sehr beängstigend.“

Der Busfahrer hatte sich auf dem Weg zur Autobahn offenbar auf sein Navigationsgerät verlassen, das eine Route vorgab, die gnau am "Ackis" vorbei führte, einem Treffpunkt vieler Dynamo-Fans gegenüber der Gläsernen Manufaktur.

Wie der FC St. Pauli selbst mitteilte, sei der Bus so schwer beschädigt worden, dass er nicht mehr zu benutzen war. „Wir entschuldigen uns bei St. Pauli in aller Form für diesen Vorfall“, sagte Dynamo-Sprecher Henry Buschmann. „Auf Kosten von Dynamo wurde ein neuer Bus sowie ein Fahrer organisiert, der die Mannschaft nun sicher nach Hause bringen wird.“ Der Verein verurteilte den Vorfall in einer Stellungnahme scharf. "Ein derart asoziales Verhalten und die in Kauf genommene oder gar beabsichtigte Verletzung von Menschen sind verachtenswert, abstoßend und kriminell", teilte Dynamo mit. "Wir sind heute erneut damit konfrontiert worden, dass Kriminelle den Fußball und Dynamo als Bühne missbrauchen", bedauerte Aufsichtsratschef Thomas Blümel.

Das Busunternehmen wolle Strafanzeige gegen Unbekannt stellen, sagte Bönig. Man werde den Vorfall am Montag mit Sportdirektor Rachid Azzouzi besprechen und über mögliche Schritte beraten. „Es sind dann leider immer wieder ein paar Unbelehrbare“, sagte Bönig. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Aufgrund der vielen Fans, die zugegen waren, dürfte sich die Ermittlung der einzelnen Täter als schwierig erweisen, sagte der Polizeisprecher.

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Das Pawlow, eine von St.-Pauli-Fans frequentierte Kneipe in der Dresdner Neustadt, wurde am Sonntagabend angegriffen.

Quelle: Privat

Am Abend kam es zudem zu einem Überfall auf die Neustädter Kneipe "Pawlow", einem bekannten Treffpunkt Dresdner St.-Pauli-Fans auf der Görlitzer Straße. Rund 30 Personen warfen Scheiben ein, beschädigten die Eingangstür und warfen Möbel umher. Nach bisher unbestätigten Informationen wurde mindestens ein Gast des Lokals so schwer verletzt, dass er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Laut Augenzeugen waren die Täter mit Autos angereist, griffen das "Pawlow" gezielt an und flüchteten anschließend. Ein verletzter Dynamo-Fan, den die Besucher des Pawlows festhalten konnten, wurde von der Polizei festgenommen.

Wie Mitglieder eines Dresdner St.-Pauli-Fanclubs berichteten, gab es schon am Vortag Androhungen eines Überfalls, wonach das Lokal am Samstagabend kurzfristig geschlossen wurde.

Bereits rund um das Spiel wurden Gästefans von einzelnen Dynamo-Gruppierungen als "Juden" beschimpft, auch vereinzelte Hitlergrüße waren zu sehen. Im Stadion selber blieb es ruhig, jedoch gab es auch hier versuchte Provokationen. So kam es nach Abpfiff zu einem Handgemenge zwischen Dynamo-Fans und Sicherheitskräften auf der Gegengeraden, als Ordner wütende Dynamo-Fans vom Gästeblock wegdrängen wollten.

Sieben sächsische Einsatzhundertschaften hatte die Polizei im Rahmen der Partie im Einsatz.

cg/dpa/sl/kt

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