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Mutiger Dresdner stoppt Einbruchsserie in Waschsalons

Mutiger Dresdner stoppt Einbruchsserie in Waschsalons

Den vergangenen Mittwoch wird Michael Baumann nicht so schnell vergessen. Der 44-Jährige betreibt vier Waschsalons in Dresden, in einem davon – auf dem Bischofsweg – machte er sich wie üblich in seinem Büro über den Papierkram her.

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Für seinen mutigen Einsatz bedankte sich die Polizei am Montag bei Michael Baumann.

Quelle: Christin Grödel

Zwischen das monotone Geräusch der einzigen laufenden Waschmaschine aber mischte sich ein unbekannter Klang, „ein Wummern“, wie es Baumann beschreibt. Der 44-Jährige sah nach, handelte und stoppte damit eine Einbruchsserie in Dresdner Waschsalons bisher unbekannten Ausmaßes.

Insgesamt neun Taten wurden der Polizei im Oktober gemeldet. Allein die Salons von Michael Baumann gerieten in den vergangenen Wochen sechs Mal in das Visier von Einbrechern. Mehrere Hundert Euro Schaden je Einbruch waren die Folge. Bis zum 29. Oktober. Das „Wummern“, das Baumann gehört hatte, verursachte ein 31 Jahre alter Dresdner, der sich gerade an der Tür zum Automatenraum zu schaffen machte. Baumann sprach ihn an, der Täter flüchtete darauf hin.

„Den kriege ich, der hat keine Chance, das wusste ich von Anfang an“, erzählt der 44-Jährige, der sich mit Karate fit hält. Das ließ er den Einbrecher während einer Verfolgungsjagd quer durch die Neustadt auch mittels entsprechender Ausrufe wissen. Das Rennen verlief in Richtung Königsbrücker Straße, weiter über die Jordanstraße, die Förstereistraße, die Louisenstraße und erneut zur Königsbrücker Straße. An der Straßenbahnhaltestelle Louisenstraße gab der 31-Jährige schließlich auf, völlig aus der Puste und psychisch am Ende.

Er wurde festgenommen und sitzt momentan in U-Haft. Für die Polizei ist er kein unbeschriebenes Blatt. Die Beamten gehen davon aus, dass er für alle neun verübten Taten verantwortlich ist, einige Taten hat der Mann bereits eingeräumt.

So ganz verstehen kann Michael Baumann die Aufregung um seine Person – am Montag erhielt er als Dankeschön von der Polizei im Beisein der versammelten Pressemeute eine Einladung zum Pokalspiel Dynamo Dresden gegen Borussia Dortmund – nicht. „Das ist doch nichts Besonderes. Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Sache so hervorgehoben wird“, sagt er. Zudem habe er den Einbruch nur dank der Hilfe eines befreundeten Imbissbetreibers aufhalten können. Am Laden – dem Imbiss „jung & lecker“ von Steffen Jung war der Täter auf seiner Flucht nämlich vorbeigelaufen. Gemeinsam hätte man den Mann dann in die Enge getrieben.

Mehr Unterstützung erhielt Baumann allerdings nicht. „Ich bin gefühlt an 40 Personen vorbei gelaufen, die ich bat, die Polizei anzurufen. Niemand hat reagiert.“ Erst Jung alarmierte die Beamten. „Die Bevölkerung ist nicht dafür da, Täter zu ergreifen. Aber als Zeuge sollte man die Polizei rufen“, stimmt Kriminalhauptkommissar Jürgen Leistner ein. „Achtsamkeit und Verantwortung“, nennt Baumann selbst als Schlüsselwörter menschlichen Handelns.

Ende gut, alles gut, könnte man meinen. Doch nicht ganz, denn beendet ist die Einbruchsserie seit der Festnahme des 31-Jährigen nicht. Bereits am vergangenen Sonnabend folgte der nunmehr zehnte Fall: Ein Unbekannter brach in einen Waschsalon an der Bünaustraße ein – auch der gehört Michael Baumann. Die Polizei geht deshalb dringend davon aus, dass es einen zweiten Täter gibt. Die Ermittlungen dauern an.

Christin Grödel

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