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Löbtauer Kinderfänger läuft frei herum

Löbtauer Kinderfänger läuft frei herum

Löbtau gilt als eines der jüngsten und weltoffensten Viertel Dresdens. Hier wohnen viele Studenten und junge Familien mit Kindern in einer kleinen Großstadtidylle.

Seit Anfang der Woche bekommt die Harmonie rund um die Kesselsdorfer Straße Risse, denn die Eltern können ihre Kinder nur noch mit Angst und Gewissensbissen auf den Schulweg schicken.

Der Kinderfänger von Löbtau läuft noch immer frei herum. Die Polizei hat noch keine heiße Spur. Es seien zwar 29 Hinweise eingegangen, allerdings war niemand dabei, der den Täter beobachtet hat, teilt Polizeisprecher Thomas Geithner auf DNN-Anfrage mit. Einige Bürger hätten konkret in ihren Augen verdächtige Personen genannt, die allesamt ohne Erfolg kontrolliert wurden, so Geithner. Seit den Vorfällen patrouillieren die Beamten in den fraglichen Straßen sowohl uniformiert als auch in zivil verstärkt am frühen Morgen und in den Abendstunden. Die Rundgänge, bei denen unter anderem Passanten befragt werden, sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Unter Telefon 0351/ 483 22 33 werden weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung aufgenommen.

Ein etwa 1,80 Meter großer, kräftig gebauter Mann mit dunklen Haaren hatte am Sonntag in Löbtau versucht, ein siebenjähriges Mädchen in seine Gewalt zu bekommen. Er hielt ihm den Mund zu und hinderte es am Wegrennen. Erst als der Mischlingshund der Siebenjährigen zubiss, ergriff der Täter die Flucht in Richtung Clara-Zetkin-Straße. Am Dienstag trat der unbekannte Täter erneut in Erscheinung. An diesem Tag überwältigte er einen zwölfjährigen Jungen auf der Saalhausener Straße, verdrehte ihm den Arm, hielt ihm den Mund zu und ging mit ihm bis zur Pietzschstraße. Dort ließ er den Jungen los und flüchtete.

Für die Polizei liegen die Motive des Täters nach wie vor im Unklaren. Wie die Beamten bereits Anfang der Woche mitteilten, sei der Unbekannte nur schwer einzuordnen, da er schlussendlich von den Kindern abließ und es zu keinen sexuellen Handlungen kam. Während er die Kinder überwältigte, gab der Mann nicht ein Wort von sich.

Um die Kinder in Zukunft besser zu schützen, fordert Ortsbeirat Uwe Baumgarten von der Partei Die Linke dauerhaft mehr Polizisten: "Die Polizeipräsenz müsste höher sein, um potenzielle Täter abzuschrecken. Außerdem sollte man darüber nachdenken, ob man einen von der Schule oder den Eltern organisierten Begleitservice einrichten könnte." Auch sein Parteifreund Tilo Kießling, Mitglied im Jugendhilfeausschuss, vertritt diese Auffassung: "Ich kann die Sorgen vieler Eltern um ihre Kinder gut verstehen. Gegen Gefahren helfen aber weder Kameras noch wilde Suche nach Täterinnen oder Tätern. Kinder schützt man, indem man sie begleitet." Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Polizisten sollen die Begleitung seiner Meinung nach übernehmen. Ralf Hasselbach von der FDP glaubt nicht, dass man das Problem mit einem größeren Polizeiaufgebot lösen kann. "Ich bin mir nicht sicher, ob zusätzliche Polizisten helfen würden. Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger, dass alle ein bisschen wachsamer sind und besser aufeinander aufpassen." Jeder sollte darauf achten, mit wem er wohnt und wer durchs Haus geht, so Hasselbach.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.01.2014

Stephan Hönigschmid

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