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Landgericht Dresden: 700-mal die Deutsche Bahn geprellt

Schaden von 116.000 Euro Landgericht Dresden: 700-mal die Deutsche Bahn geprellt

Ein Tunesier muss sich wegen Computerbetruges in 700 Fällen und Drogenhandels vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Aufatmen bei Staatsanwalt Till von Borries: Die Anklage wird in gestraffter Fassung verlesen. Jeden einzelnen Fall zu verlesen, hätte bis zu vier Stunden gedauert.

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Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: dpa

Dresden. "Die Anklage wird in gestraffter Fassung verlesen. Wir beschäftigen uns in der Verhandlung mit den einzelnen Fällen", erklärte die Vorsitzende Richterin Michaela Kessler zu Beginn der Verhandlung im Fall Mohamed K. Der Tunesier muss sich wegen Computerbetruges in 700 Fällen und Drogenhandels vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Aufatmen bei Staatsanwalt Till von Borries: Jeden einzelnen Fall zu verlesen, hätte bis zu vier Stunden gedauert.

Mohamed K. lebt seit 2011 in Deutschland, allerdings illegal, denn sein Asylantrag war abgelehnt worden. Der Angeklagte blieb allerdings in Deutschland. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit Betrügereien. Der 31-Jährige hatte ein kriminelles aber für ihn sehr ertragsreiches "Geschäftsmodell" entdeckt. Von Juni 2012 bis April 2015 kaufte er auf diversen Seiten im Internet Datensätze von Kreditkarten. Die Daten stammten von gestohlenen Karten oder wurden ausgespäht. Pro Datensatz zahlte er 10 bis 20 Euro. Die Hintermänner für dieses Geschäft sitzen meist in Osteuropa. Mit diesen Daten buchte er über verschiedene E-Mailadressen bei der Deutschen Bahn Tickets per Internet, druckte sie aus und verkaufte sie dann zu einem günstigeren Preis weiter.

Mohamed K. fand viele Abnehmer, der größte Teil waren Landsleute. "Es hatte sich rumgesprochen, dass ich günstig Tickets verkaufe." Gelegentlich fuhr er mit den Karten auch selbst. Auf die Art ergaunerte er sich mindestens 38 000 Euro. Der Bahn entstand ein Schaden von 116 000 Euro. 700 Mal klappte das Geschäft, weitere 1000 Mal funktionierte es nicht, da waren die Karten bereits gesperrt.

Die Prozessbeteiligten hatten sich bei einem Rechtsgespräch auf ein Strafmaß zwischen dreieinhalb und vier Jahren geeinigt. Darin mit einbezogen ist eine Freiheitsstrafe von einem Jahr wegen Körperverletzung, die Mohamed K. im April vergangenen Jahres kassiert hatte. Bedingung: ein umfassendes Geständnis des Angeklagten.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe dann auch ein. Ein Bekannter habe ihm gezeigt, wie das Ganze funktioniert. Mohamed. K. begründete die Taten mit Geldmangel. "Ich hatte eine Freundin und ein Kind und bekam keine Arbeit," erklärte er. Logisch - er hielt sich illegal in Deutschland auf.

Nachdem er selbst auf den Geschmack von Marihuana gekommen war, beschloss er zudem mit Drogenhandel Geld zu machen. Dafür fuhr er nach Berlin, kaufte dort am Görlitzer Park und vertickte die Drogen dann am Albertplatz in Dresden an unterschiedliche Abnehmer. Der Prozess wird fortgesetzt.

Monika Löffler

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