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Landeskriminalamt warnt Silvesterfreunde vor illegalem Feuerwerk

Landeskriminalamt warnt Silvesterfreunde vor illegalem Feuerwerk

Dresden. So richtig knallen soll es zu Silvester. Doch vielen Böllerfreunden sind die hierzulande zugelassenen Knaller und Feuerwerkskörper zu teuer oder zu leise.

Wie gefährlich es sein kann, sich nicht zugelassenes Feuerwerk in Polen oder Tschechien zu besorgen, demonstrierte am Dienstag Entschärfer Alexander Brehm vom Landeskriminalamt Sachsen.

Bei einem Test mit einem Klassiker – der verbotenen „Cobra 6“ - ist die Explosion so gewaltig, dass der Handschuh, an dem der Böller festgebunden war, nicht mehr als solcher zu erkennen ist. Und das obwohl der Knaller rein äußerlich einem in Deutschland zugelassenem Model ähnelt. „Wäre dieser Knaller in einer Hand explodiert, hätte diese wahrscheinlich irreparable Schäden davon getragen“, sagt Entschärfer Brahms.

Letztes Jahr wurden um die Silvesterzeit 29 Personen in Sachsen verletzt, einige davon schwer. Um solche Unfälle zu verhindern, warnt das LKA auch in diesem Jahr vor dem Gebrauch illegaler Feuerwerkskörper, meist eingeführt aus Tschechien oder Polen. Die Bundespolizei und der Zoll haben die Suche nach den Sprengkörpern bei Kontrollen im Grenzgebiet verstärkt. Erst am Montag wurden in Altenberg bei einem 22 Jahre alten Fahrer und seinem Begleiter 11.400 in Deutschland nicht zugelassene Raketen und Böller sichergestellt. Wegen der Gefährlichkeit der 50 Kilogramm im Kofferraum verstauten Pyrotechnik musste für den Abtransport eine Entschärfergruppe anrücken.

Beim letzten Jahreswechsel registrierte das LKA Sachsen 942 Straftaten im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern. Wird man mit illegalem Feuerwerk erwischt, können die Folgen von einer bloßen Anzeige bis zu einer Verurteilung und Schadensersatz-Zahlungen in Höhe von mehreren tausend Euro reichen.

Brahms vom LKA vermutet, dass es vielen, die ihre Böller in Polen oder Tschechien kaufen, nicht darum geht, Geld zu sparen. Die Knaller sind auch im Ausland nicht unbedingt billig, aber sie sind lauter, weil sie mit einer größeren Menge Sprengstoff gefüllt sind. Meistens handelt es sich dabei um das in der EU nicht zugelassene Perchlorat-Aluminium, ein Stoff der um ein Vielfaches explosiver ist, als das sonst genutzte Schwarzpulver.

Fast jedes Feuerwerk, ob erlaubt oder nicht, kommt ursprünglich aus China. In der EU wird nur ein verschwindend geringer Anteil der Feuerwerkskörper hergestellt. Seit 2009 gibt es europaweit einheitliche gesetzliche Grenzen. Für eine sichere und legale Verwendung von Feuerwerkskörpern ist nicht ihre Herkunft entscheidend, sondern einzig, ob eine CE-Kennzeichnung vorhanden ist. Das LKA rät deshalb, nur Feuerwerkskörper zu erwerben, die deutlich mit dem CE-Zeichen versehen sind und die Feuerwerkskategorie 1 und 2 aufweisen.

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Jährlich werden in Sachsen zahlreiche Personen bei Unfällen verletzt.

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Franziska Viebach

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