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Krawalle vor Asyl-Heim in Prohlis - Revierchef gibt Initiativen Mitschuld an Eskalation

Polizei Krawalle vor Asyl-Heim in Prohlis - Revierchef gibt Initiativen Mitschuld an Eskalation

Der Leiter des Polizeireviers Dresden-Süd, Uwe Waurich, hat sich in der vergangenen Woche in einem Interview zu den Krawallen vom 9. Oktober vor dem Schulkomplex an der Boxberger Straße in Prohlis geäußert und die Initiativen „Prohlis ist bunt“ und „Netzwerk Flüchtlingshilfe Südost“ beschuldigt.

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Quelle: dpa

Dresden. Der Leiter des Polizeireviers Dresden-Süd, Uwe Waurich, hat sich in der vergangenen Woche in einem Interview mit der Sächsischen Zeitung zu den Krawallen vom 9. Oktober vor dem Schulkomplex an der Boxberger Straße in Prohlis geäußert und die Initiativen „Prohlis ist bunt“ und „Netzwerk Flüchtlingshilfe Südost“ beschuldigt, die Eskalation provoziert zu haben. „Diese Krawalle hätten verhindert werden können. Wir haben den Organisatoren des Willkommensfestes von der Veranstaltung abgeraten, denn es war absehbar, dass etwas passiert. Für die Asylgegner im Stadtteil war das eine Provokation“, sagte er in dem Interview und bemängelte die mangelnde Kompromissbereitschaft der Initiativen: „Die Asylbefürworter ließen sich nicht davon abhalten, mit der Gegenseite ins Gespräch kommen zu wollen. Das ist ein gravierendes Problem: Unsere Botschaft kommt nicht an, wenn die Fronten verhärtet sind. Auf keiner Seite“.

Am Freitagabend kam es abermals zu Ausschreitungen vor der geplanten Asylbewerberunterkunft in einer Schule an der Boxberger Straße in Dresden-Prohlis.

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Benjamin Schöler, Sprecher der Initiativen, kann die Position Waurichs nicht nachvollziehen: „Gegen diese öffentliche Diffamierung unseres bürgerschaftlichen Engagements durch die Polizei verwahren wir uns. Da Herr Waurich angibt, die Krawalle seien  absehbar gewesen, fragen wir uns, warum die Polizei dann nicht mehr getan hat, um die Gewalteskalation zu verhindern.“

Tatsächlich hat die Polizei am 9. Oktober nicht so gehandelt wie es in einer potenziell gefährlichen Lage zu erwarten gewesen wäre: Als sich am frühen Abend rund 75 Asylbefürworter versammelten, sicherte die Polizei die Veranstaltung in den ersten Stunden mit nur einem einzigen Beamten ab. In der Folge kam es immer wieder zu Übergriffen auf die Asylbefürworter, die zunächst nur geschubst, beleidigt und bespuckt, später auch mit Flaschen und Steinen beworfen wurden. Auch als die Polizei nach mehreren Stunden ihre Präsenz verstärkte, griffen die Beamten meist nicht ein und beobachteten teilweise im Abstand einer Armlänge wie symbolisch entzündete Kerzen ausgepustet wurden und Vermummte ein Transparent stahlen (DNN berichteten).

Teil der etwa 150 Personen starken teilweise gewaltbereiten Gruppe der Asylgegner waren Anwohner, vermummte Rechtsautonome, aber auch bekanntere Rechte wie der Dresdner NPD-Politiker Rene Despang. Ein nicht unerheblicher Teil rekrutierte sich aus Dynamofans, die nach dem Spiel gegen den Chemnitzer FC nach Prohlis fuhren. Als die Fußballfans eintrafen, wurde die Polizei aktiv. Gegen 22.30 Uhr drängten die Beamten die Asylgegner in Richtung Prohliser Allee ab. Es kam zu vier Festnahmen. Die Personalien von 52 Personen wurden aufgenommen.

Die Dresdner Polizei wollte sich gestern nicht zu dem Interview äußern. Polizeipräsident Dieter Kroll kündigt für Dienstag eine Stellungnahme an.

hh

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Am Donnerstag ist ein 32-Jähriger verhaftet worden, der an dem Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Dresden-Prohlis beteiligt gewesen sein soll. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, wurden insgesamt drei Durchsuchungen durchgeführt und Beweismittel beschlagnahmt.

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