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Kein Personalmangel bei der Dresdner Feuerwehr

Kein Personalmangel bei der Dresdner Feuerwehr

In Leipzig gingen jüngst die Berufsfeuerwehrleute für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße. Sie fordern mehr Personal, die Durchsetzung von 24-Stunden-Diensten und die 48-Stunden-Woche.

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Thomas Mende, Pressesprecher der Dresdner Feuerwehr.

Quelle: Archiv

Zudem wollen sie darüber hinaus geleistete Überstunden bezahlt bekommen. Droht auch in Dresden ein Streik der Feuerwehrleute? Thomas Mende, Pressesprecher der Dresdner Feuerwehr, sagt da ganz entspannt: „Nein. Dresden hat schon vor Jahren seine Hausaufgaben gemacht und europäisches und sächsisches Recht umgesetzt.“

Wie Sie sagen, ist die Überstundensituation in Dresden nicht so brenzlig wie in Leipzig. Was macht Dresden anders?

Thomas Mende: Wir in Dresden haben seit 1.1.2007 die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden im Einsatzdienst entsprechend der EU-Arbeitszeit-Richtlinie konsequent umgesetzt. Das bisherige Dienstregime konnte im Einvernehmen zwischen der Stadtverwaltung, den Beschäftigten und dem Personalrat beibehalten werden, anfallende Überstunden werden entsprechend des Dienstplanes der Feuerwehrwachen durch Freizeit ausgeglichen. Dafür war es notwendig, den Personalbestand in den letzten zehn Jahren regelmäßig zu überprüfen und entsprechend anzupassen.

Wie hat sich die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Die Stellenanzahl hat zugenommen. Am 31.12.2003 waren im Brand- und Katastrophenschutzamt der Landeshauptstadt Dresden 590 Beschäftigte tätig, davon 494 im feuerwehrtechnischen Dienst. Heute sind es 671 Beschäftigte, davon 592 im feuerwehrtechnischen Dienst.

Ab welcher Einwohnerzahl muss eine Stadt eigentlich eine Berufsfeuerwehr betreiben? Gibt es da auch Vorgaben bezüglich des Personalschlüssels?

Im §15 des Sächsischen Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetzes ist festgeschrieben, dass jede Gemeinde mit mehr als 80.000 Einwohnern eine Berufsfeuerwehr aufzustellen hat. Es gibt keine gesetzliche Grundlage für einen diesbezüglichen Personalschlüssel.

Sind in Dresden alle Stellen bei der Berufsfeuerwehr besetzt?

In den Fachabteilungen des Brand- und Katastrophenschutzamtes gibt es einige wenige unbesetzte Stellen. Im ständigen Einsatzdienst der Feuerwehr sind mit der Übernahme von 17 Brandmeisteranwärtern, welche am 4.4.2014 ihre Ausbildung für den Feuerwehrdienst abschließen, alle Stellen besetzt.

Gibt es Nachwuchsprobleme?

Nein. Die Dresdner Berufsfeuerwehr stellt seit 2003 in Dresden durchschnittlich 15 Auszubildende (Brandmeisteranwärter) pro Jahr ein. Im August werden 20 neue Brandmeisteranwärter ihre zweijährige Ausbildung beginnen. Sie wurden nach einer Ausschreibung und einem sich anschließenden Test, dem sich in diesem Frühjahr 188 Bewerber stellten, ausgewählt.

Wie viel Stunden arbeiten Berufsfeuerwehrleute am Stück? In wie viel Schichten wird gearbeitet?

Eine Dienstschicht im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr dauert 24 Stunden, in jeder Feuerwache ist das Personal in drei Schichten eingeteilt.

24-Stunden-Dienste sind kein Zuckerschlecken...

24-Stunden-Dienste bei der Feuerwehr haben eine lange Tradition und sind von den Feuerwehrleuten gewollt. Zudem sind sie viel günstiger für die Organisation. Lösch- und Hilfseinsätze kann man schließlich nicht planen. Außerdem ist es ja nicht so, dass ein Kamerad bzw. eine Kameradin 24 Stunden am Stück im Feuerwehrauto sitzt und draußen rumfährt. Der Dienst beinhaltet auch Wartungs- und Pflegearbeiten, Weiterbildungen, Bereitschaftsanteile usw.

In welchen Fällen fallen Überstunden an und wie werden diese abgegolten?

Überstunden fallen beispielsweise bei Sondereinsätzen, Katastrophen oder langandauernden Großschadensereignissen an. Diese Zeiträume sind allerdings in der Personalberechnung berücksichtigt und können dadurch in der Folge ausgeglichen werden, indem den Beschäftigten u.a. zusätzliche dienstfreie Schichten gewährt werden.

Was verdient ein Angestellter im aktiven Dienst der Berufsfeuerwehr – bei einer Vollzeitstelle – monatlich netto?

Der Durchschnittsverdienst eines Beschäftigten im Dienstgrad eines Oberbrandmeisters (Besoldungsgruppe A8, nach fünf- bis zehnjähriger Dienstzeit) beträgt einschließlich gezahlter Zuschläge circa 2250 Euro netto.

Catrin Steinbach

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