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Jugendfeuerwehr Dresden-Gorbitz: Üben für den ersten großen Einsatz

Jugendfeuerwehr Dresden-Gorbitz: Üben für den ersten großen Einsatz

Mit dem B-Schlauch in der Hand, rennt er zum Verteiler und kuppelt, was das Zeug hält. Der nächste bringt den C-Schlauch. Mit aller Kraft wird jetzt gepumpt, endlich schießt das Wasser raus und das Feuer ist gelöscht! Beziehungsweise wäre gelöscht, denn die Jugendfeuerwehr trainiert nur mit Plastikflaschen, die mit dem Wasserstrahl umgeworfen werden müssen.

Aber das ändert nichts an der Wichtigkeit des Trainings. Denn die Jungs und Mädels der Jugendfeuerwehr Gorbitz üben für den Notfall, der ihnen später, wenn sie 18 Jahre alt und volle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind, vielleicht begegnen wird.

Für viele der Neun- bis 16-Jährigen dauert das noch ein paar Jährchen. Trotzdem sind sie hochmotiviert wie Steven (15), der seit er ein kleiner Junge war, davon träumt, bei der Freiwilligen Feuerwehr zu arbeiten. Mittlerweile trainiert er bereits drei Jahre eifrig für seinen Traum und nimmt dafür einige Anstrengungen in Kauf.

Er kommt jeden Montagnachmittag gegen 17 Uhr von der Schule direkt zur Feuerwehrwache, um mit seinen Kameraden freiwillig noch Feuerwehrtheorie zu pauken beziehungsweise in der prallen Sommersonne Löschmanöver zu üben. Das ist Steven sogar wichtiger, als sein Fußballtraining, das er deshalb montags immer sausen lässt.

Christian (13) fährt sogar jedes Mal extra durch die halbe Stadt, um von seiner Schule in Johannstadt nach Gorbitz zu kommen. "Das war am Anfang ganz schön anstrengend, aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt. Und der lange Weg lohnt sich ja auch", sagt Christian.

Endlich in die Gefahrenzone

Steven kommt seinem Traum, endlich mit auf seinen ersten großen Einsatz zu fahren, immer näher. "Nächstes Jahr bin ich endlich 16 und dann ein richtiges Feuerwehrmitglied. Dann darf ich zwar immer noch nicht mit in die Gefahrenzonen, aber nach zwei Jahren Ausbildung ist es dann auch endlich soweit", erzählt er voller Vorfreude.

Die zwei Jahre Intensivausbildung, die die Jugendlichen dann noch absolvieren müssen, unterteilen sich in drei Schwerpunkte. Zuerst kommt die Truppausbildung, eine Art Grundausbildung für alle Feuerwehrmitglieder. Danach folgt eine technische Ausbildung, also Lehrgänge für Sprechfunker oder Atemschutzgeräteträger. Und schließlich gibt es noch Führungslehrgänge, um Gruppenführer oder auch Ausbilder wie Heinz Mellar zu schulen. Heinz Mellar leitet die Jugendfeuerwehr in Gorbitz, und das seit 20 Jahren. Er weiß, wie wichtig die Jugend ist, um die Reihen der Freiwilligen Feuerwehr in Zukunft zu stärken. Deshalb geben sich Mellar und seine Kollegen große Mühe, den Feuerwehrunterricht so interessant wie möglich für die Kids zu gestalten.

"Doch das ist gar nicht so leicht, wenn die Jungs und Mädels nach einem langen und anstrengenden Schultag geschafft auf die Feuerwehrwache kommen", weiß er aus Erfahrung.

Erst die Theorie, dann die Praxis

Umso wichtiger ist der Praxisteil, der vor allem im Sommer bei schönem Wetter oft draußen auf dem Übungsplatz stattfindet. Trotzdem darf die Theorie zuvor nicht fehlen. Die Jugendlichen lernen viel über Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, über die verschiedenen Löschschlauchtypen, über unterschiedliche Truppfunktionen wie Wasser- oder Angriffstruppen, oder sie stellen potentielle Einsatzabläufe an der Tafel nach.

Doch lange geht der Theorieunterricht fast nie, schließlich soll der Feuerwehrunterricht auch Spaß machen. Also rein in die Schutzkleidung, sprich Hose, Jacke, Helm und Handschuhe und ab auf den Übungsplatz! Dort wird hart trainiert für die nächste Dresdner Stadtmeisterschaft der Jugendfeuerwehr am 25. Mai. Viel Zeit zum Üben bleibt den drei Mädels und vierzehn Jungs aus Gorbitz nicht mehr. Jetzt muss alles sitzen: der Sprint zum Verteiler, das flinke Kuppeln, das geschickte Um-die-Wette-Flechten von den drei äußerst verwirrenden Knoten, das kräftige Pumpen, das präzise Zielen auf die Plastikflaschen und schließlich der letzte Sprint ins Ziel. Alles muss fehlerfrei ausgeführt werden, ansonsten gibt es bei jedem Missgeschick 15 Sekunden Strafzeit. Ganz schön hart.

Doch selbst wenn am 25. Mai nicht alles so perfekt laufen sollte, Hauptsache die Kids haben Spaß und wachsen als Team zusammen. Denn neben dem Grundwissen über die Feuerwehr, sind das die wichtigsten Dinge, die sie während ihrer gesamten Zeit in der Jugendfeuerwehr lernen sollen. Über einen Sieg bei der Stadtmeisterschaft würden sie sich aber auch freuen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.04.2013

Lisa Kirsten

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