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Im Erzgebirgskreis gibt es sachswenweit die meisten Schusswaffen - meiste Verstöße in Dresden

Im Erzgebirgskreis gibt es sachswenweit die meisten Schusswaffen - meiste Verstöße in Dresden

Hochgerüstetes Bergvolk: Im Erzgebirgskreis gibt es derzeit die meisten registrierten Waffen im Privatbesitz. Das geht aus Zahlen des Innenministeriums hervor, die dieser Zeitung vorliegen.

In Dresden wird am häufigsten gegen Bestimmungen des Waffenrechts verstoßen. Auch in Nordsachsen und im Vogtland sind viele Waffen unterm Volk, Straftaten aber selten.

Nach den Daten aus dem Ressort von Innenminister Markus Ulbig (CDU) waren am Fuße des Fichtelbergs rund um die Kreisstadt Annaberg-Buchholz im vergangenen Jahr 10185 Langwaffen und 5575 Kurzwaffen registriert. In der Summe kamen damit 1219 mehr zusammen als noch 2008. Zwar ist der Erzgebirgskreis mit rund 360000 Einwohnern der zahlenmäßig größte in Sachsen. Die Erzgebirge liegen dennoch deutlich über den Waffenzahlen beispielsweise aus den Kreisen Zwickau (9893 Kurz- und Langwaffen) und Bautzen (12039), die es ebenfalls auf jeweils deutlich mehr als 300000 Einwohner bringen. Auf Basis der Bevölkerungszahlen wandelt sich der Eindruck etwas. Pro 100000 Einwohner kommt Nordsachsen mit 5162 Waffen auf den höchsten Wert, gefolgt vom Vogtlandkreis mit 4943 Waffen je 100000 Einwohner. Auf Platz 3 rangiert bei dieser Betrachtung der Erzgebirgskreis.

Zu den Langwaffen gehören Jagdwaffen (Büchsen, Flinten) und Luftgewehre, die mindestens 60 Zentimeter lang sind. Kurzwaffen sind Pistolen und Revolver.

Die Menschen in den Städten Dresden und Leipzig mit jeweils rund 530000 Einwohnern sind nicht so hochgerüstet. In der Landeshauptstadt sind 8182 Waffen offiziell registriert, 2008 waren es noch 8194. In den letzten Jahren sind es mehr Lang- und weniger Kurzwaffen geworden. Die Leipziger hatten im vergangenen Jahr 6187 Waffen im Privatbesitz, fünf Jahre zuvor waren es 5974. In der Messestadt stieg die Zahl der Kurzwaffen, Langwaffen gingen zurück. Zu den Ursachen für die regionale Verteilung der Waffen machte das Innenministerium keine Angaben.

Die sogenannte Waffenbesitzkarte berechtigt zum Erwerb und Besitz von Waffen. Sie dürfen nur innerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräumen, des eigenen Grundstücks oder einer Schießstätte verwendet werden.

Für das Führen von Waffen ist eine Waffenschein oder ein "Kleiner Waffenschein" (Schreckschusswaffen) notwendig. Der Waffenschein berechtigt nach Ministeriumsangaben zum Führen einer Waffe in der Öffentlichkeit. Er darf nur erteilt werden, wenn der Antragsteller glaubhaft gemacht hat, dass er wesentlich mehr als die Allgemeinheit durch Angriffe auf Leib oder Leben gefährdet ist. Waffenscheine würden deshalb nur selten erteilt, hieß es auf Anfrage aus dem Ulbig-Ministerium. Außerdem enthält das Waffengesetz Vorschriften zur Benutzung und Lagerung von Waffen.

Bei den Verstößen gegen all diese Bestimmungen liegen Dresden und Leipzig in Sachsen an der Spitze. In der Elbestadt kam es zu 226 Straftaten, an der Pleiße waren es 221 - jeweils mehr als im Jahr 2008 mit 184 in Dresden und 186 in Leipzig. Dazwischen rangiert der Landkreis Görlitz mit 222 Verstößen nach 264 vor fünf Jahren. Der Erzgebirgskreis bringt es nur auf 141 Straftaten (2008: 119). Die wenigsten Verstöße gegen das Waffengesetz gibt es aktuell in Nordsachsen und dem Landkreis Meißen mit jeweils 71 Fällen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.05.2013

Ingolf Pleil

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