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Haftstrafen für schweren Raub in Dresden

"Wenn Dummheit schreien könnte..." Haftstrafen für schweren Raub in Dresden

"Wenn Dummheit schreien könnte, dann müssten alle Tatbeteiligten in dem Fall schreien, außer dem Opfer. Das ganze ist total an der Realität vorbei. Und sie verschwenden viele Jahre im Gefängnis." Die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand fand deutliche Worte.

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Die beiden Männer wurden wegen besonders schwerem Raub, räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Quelle: Archiv

Dresden. "Wenn Dummheit schreien könnte, dann müssten alle Tatbeteiligten in dem Fall schreien, außer dem Opfer. Das ganze ist total an der Realität vorbei. Und sie verschwenden viele Jahre im Gefängnis." Die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand fand deutliche Worte für das wirklich dumme Verhalten der Angeklagten und die Kammer ein deutliches Urteil. Die beiden Männer wurden wegen besonders schwerem Raub, räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt - Nicodemo R. zu drei Jahren und sechs Monaten und Michael G. zu zwei Jahren und acht Monaten.

Die beiden hatten gemeinsam mit einem anderen Täter, der Heranwachsender ist und sich vor der Jugendstrafkammer verantworten muss, am 8. Juli einen jungen Mann in dessen Wohnung zusammengeschlagen und beraubt. Nicodemo R. schlug ihn mit einer um die Hand gewickelten Fahrradkette nebst Schloss mehrmals auf den Kopf und ins Gesicht, die anderen attackierten ihn mit einem Teleskopschlagstock und einem Staubsaugerrohr. Dann durchsuchte das Trio die Wohnung und verschwand mit der Brieftasche des Opfers, seinem Handy und technischen Geräten. Der junge Mann wurde böse verletzt und leidet noch heute unter dem Vorfall. In seine Wohnung geht er nicht mehr.

Grund für den Überfall war die Ex-Frau von Nicodemo R., die vom Opfer per SMS ein unmoralisches Angebot und ein eindeutiges Foto erhalten hatte und, statt es zu löschen oder zur Polizei zu gehen, dies überall herumzeigte, bis auch ihr Ex davon erfuhr. Der 42-Jährige fühlte sich berufen, die Sache zu "klären", die anderen beiden assistierten ihm. Warum? Das ging sie alle nichts an. Vor allem Michael G. hätte sich zurückhalten sollen, sein Strafregister ist prall gefüllt und der 27-Jährige war erst zwei Monate vorher aus dem Gefängnis entlassen worden. Auch Nicodemo R. ist erheblich vorbestraft. Die beiden Angeklagten hatten die Tat teilweise eingeräumt, aber so richtig Verantwortung wollte keiner übernehmen - die Hauptschuld wurde immer dem anderen zugeschoben.

Monika Löffler

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