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Großeinsatz gegen Schutzgeld-Mafia auch in Dresden

Schlag gegen organisierte Kriminalität Großeinsatz gegen Schutzgeld-Mafia auch in Dresden

Im Kampf gegen die organisierte Kriminalität sind am Mittwoch allein in Dresden zehn Wohnungen durchsucht worden. Insgesamt hatten die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen 22 Objekte in Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz durchsuchen lassen.

In Dresden wurde die Asylunterkunft an der Florian-Geyer-Straße durchsucht

Quelle: dpa

Dresden. Im Kampf gegen die organisierte Kriminalität sind am Mittwoch allein in Dresden zehn Wohnungen durchsucht worden. Insgesamt hatten die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen 22 Objekte in Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz durchsuchen lassen. Ziel war eine von Tschetschenen dominierte Gruppe. Da die Beamten mit massivem Gewaltpotenzial rechneten, kamen neben normalen Polizisten auch Einsatzkräfte der GSG9 zum Einsatz. Zehn Personen wurden festgenommen, einer verletzte sich, als er Widerstand gegen die Festnahme leistete. Es wurden mehrere Computer, Tablets und Notebooks, diverse Datenträger, Handys, Unterlagen und Akten, fünf Fahrzeuge, diverse Waffen und mehrere tausend Euro Bargeld sichergestellt. Das LKA sprach von einem erfolgreichen Schlag gegen die organisierte Kriminalität.

Im Fokus standen insgesamt 16 Tatverdächtige, die sich legal in Deutschland aufhalten. Elf der Männer sind tschetschenischer Herkunft, zwei sind sogenannte Russlanddeutsche, ein Mann ist Ukrainer, einer Armenier, einer ist Kasache. Die Männer sind zwischen 21 und 48 Jahre alt, so das LKA Sachsen. Die Behörde sprach von "Russisch-Eurasischer Organisierter Kriminalität" (REOK).

Lebensunterhalt durch Erpressung bestritten

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern die Bildung einer kriminellen Vereinigung, gemeinschaftliche räuberische Erpressungen, Bedrohungen, Freiheitsberaubungen, Körperverletzungen und weiterer Nebenstraftaten vor. Bei ihren Taten, insbesondere bei den vorherrschenden Erpressungshandlungen, agieren die Täter laut LKA mit massiven Drohungen, oftmals brutalen Gewaltanwendungen und schrecken auch vor dem Einsatz von Waffen nicht zurück. Hier sind es vor allem Schlaggegenstände, aber auch Messer und andere Waffen, die zur Anwendung kommen. Ziel ist es in jedem Fall, durch die Erpressungen größere Mengen Geld zu erlangen. Damit bestritten die Täter offenkundig auch einen großen Teil ihres Lebensunterhaltes.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das LKA Thüringen im Rahmen eines bundesweiten Anti-Terror-Einsatzes auch eine Wohnung in Sachsen durchsucht. Laut LKA-Sprecher Tom Bernhardt handelt es sich bei den Einsätzen am Mittwoch vermutlich nicht um die gleichen Verdächtigen. Zwar könne man Überschneidungen nicht ausschließen, allerdings ermittle dieses Mal die Staatsanwaltschaft Dresden. Beim letzten Mal wurde der Einsatz von Thüringen aus koordiniert.

Sachsen im Fokus der Ermittlungen

Dieses Mal stand Dresden mit zehn Objekten im Fokus, darunter auch die Asylunterkunft in der Florian-Geyer-Straße. Zudem wurden fünf Objekte in Leipzig, zwei in Pirna, zwei in Radeberg, zwei in Gera und eine im rheinland-pfälzischen Konz durchsucht.

Mit einem Großeinsatz unter Beteiligung der GSG9 gehen die Staatsanwaltschaft und LKA seit dem Mittwochmorgen gegen organisierte Kriminalität vor. Auch in Dresden waren Einsatzkräfte unterwegs, durchsucht wurde das Wohnheim an der Florian-Geyer-Straße in der Johannstadt.

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„Gerade in Zeiten, in denen die Maßnahmen zur Abwehr der Terrorgefahr einen Schwerpunkt der kriminalpolizeilichen Arbeit bilden, dürfen wir den traditionellen Kriminalitätsfeldern, insbesondere der OK, keine Freiräume zur Entfaltung lassen. Daher hat dieser Einsatz auch eine Signalwirkung“, so LKA-Präsident Jörg Michaelis. „Sachsen setzt seinen Kampf gegen die Organisierte Kriminalität konsequent fort. Dabei werden wir weiterhin eng mit dem Bund und den Ländern zusammenarbeiten. Der heutige Einsatz zeigt, dass die Kooperation der Sicherheitsbehörden bundesweit funktioniert. Das ist auch dringend notwendig, denn wir wollen den internationalen Banden erfolgreich das Handwerk legen“, ergänzte Innenminister Markus Ulbig (CDU).

S. Lohse

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