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Großeinsatz der Dresdner Polizei gegen Autoklau – 150 zusätzliche Beamte sollen Diebe aufspüren

Großeinsatz der Dresdner Polizei gegen Autoklau – 150 zusätzliche Beamte sollen Diebe aufspüren

Dresden. Mit einer konzentrierten Aktion und 150 zusätzlichen Beamten im Einsatz will die Dresdner Polizei den Autodiebstählen in Dresden Herr werden.

Nachdem in diesem Jahr bereits 650 Autos „angegriffen“ und fast 500 davon gestohlen wurden, soll nun unter dem Namen "Operation Helios" ein geballter Polizeieinsatz Abhilfe schaffen. Zumindest am ersten Tag zeigten die Kontrollen aber noch keine Wirkung. Trotz des intensiven Personaleinsatzes, der auch in der Nacht fortgeführt wurde, verschwanden ein BMW aus Dresden-Nickern und ein VW aus Blasewitz.

Umfrage: Die Dresdner Polizei geht mit einem Großeinsatz gegen Autoklau vor. Wird diese Maßnahme greifen?

Der Diebstahl werde überwiegend von organisierten Gruppen aus Osteuropa begangen, erklärt Kriminaloberrat Maik Mainda, der aktuell die Dresdner Kripo leitet. „Dabei handeln die Täter arbeitsteilig. Die Diebe dringen in das Fahrzeug ein und starten es mit speziellem technischen Equipment. Kuriere fahren die gestohlenen Fahrzeuge schließlich ins Ausland.“

Um dies zu vermindern, sind seit Montag deutlich mehr Polizisten auf der Straße als üblich. 150 zusätzliche Kräfte der Bereitschaftspolizei und der Dresdner Polizeidirektion zeigen Präsenz auf den Straßen und kontrollieren verstärkt den fließenden Verkehr. Zudem sollen die Täter mit verdeckten Maßnahmen auf frischer Tat überführt werden. So waren die Einsatzkräfte am Montag unter anderem auf der Bodenbacher Straße, der Bergstraße und der Königsbrücker Straße tätig.

Im Mittelpunkt stehen die großen Ausfallstraßen in Richtung Autobahn. Denn das Muster der Diebe ist meist gleich. Die Autos werden vorher observiert, dann binnen weniger Minuten gestohlen und innerhalb einer oder maximal zwei Stunden nach Polen oder Tschechien gebracht. Hat der Besitzer den Diebstahl bemerkt, ist der Wagen oft längst im Ausland.

Bevorzugte Tage gebe es nicht, einzig der Sonntag falle leicht ab. Die Täter schlagen meist zwischen 22 und 5 Uhr zu, um dann mit ihrer Beute im beginnenden Berufsverkehr zu verschwinden. Bei den Autos haben die Täter dagegen klare Vorlieben. Mit mehr als 160 gestohlenen Wagen im ersten Halbjahr führt der Skoda Octavia die unrühmliche Rangliste an. Es folgen mit weitem Abstand der Skoda Fabia, der VW Golf IV und der VW Passat. Auffällig ist: Die Top-9 gehören allesamt zum VW-Konzern.

Wiedergefunden werden die Fahrzeuge in den seltensten Fällen. Im ersten Halbjahr wurden von fast 500 gestohlenen Autos nur 19 Wagen in Dresden wieder aufgefunden, acht weitere innerhalb der deutschen Grenzen. 39 Autos weitere wurden im Ausland gefunden oder zumindest gesichtet, teilt die Polizei mit.

Auch bei den Tätern tun sich die Ordnungshüter schwer. Im ersten Halbjahr wurden nur 20 Tatverdächtige ermittelt. Acht davon sind deutsche Staatsbürger, die übrigen stammen aus Osteuropa. Ein Problem ist: Die aufgegriffenen Täter sind meist nicht vorbestrafte Kuriere, deren einzige Aufgabe es ist, das Fahrzeug über die Grenze zu bringen. Eine Spur zu den Hintermännern ergibt sich dadurch nicht.

Stephan Lohse

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