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Gefährliche Körperverletzung am Wiener Platz Dresden: Angeklagter freigesprochen

„Die Geschichte glaube ich Ihnen nicht“ Gefährliche Körperverletzung am Wiener Platz Dresden: Angeklagter freigesprochen

Lyes L. bedankte sich nach dem Urteil höflich beim Richter, seinem Verteidiger und sogar beim Staatsanwalt. Der Mann stand wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht, wurde aber freigesprochen, da man ihm die Tat nicht mit der notwendigen Sicherheit nachweisen konnte.

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Der Kläger dagegen war nach der Urteilsverkündung völlig außer sich.

Quelle: dpa

Dresden. Lyes L. bedankte sich nach dem Urteil höflich beim Richter, seinem Verteidiger und sogar beim Staatsanwalt. Der Mann stand wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht, wurde aber freigesprochen, da man ihm die Tat nicht mit der notwendigen Sicherheit nachweisen konnte. Der Algerier soll gemeinsam mit seinem Landsmann Mohamed A. in den Passagen unter dem Wiener Platz Herrn B. geschlagen und getreten haben. Der Angeklagte wies die Vorwürfe zurück. Er habe den Mann möglicherweise geschubst, aber keinesfalls geschlagen oder getreten, erklärte er. „Ich war dort in einem Internetcafe, als sich die zwei Männer stritten. Da sich der Betreiber beschwerte, habe ich Herrn B. aus dem Laden geschoben. Ich kannte ihn nicht.“

Der Kläger dagegen war nach der Urteilsverkündung völlig außer sich. „Es gibt Rache. Auge um Auge. Du hast mich geschlagen, dafür Rache“, schimpfte er. Ob er dies ernst meinte, weiß man nicht. Unglaubwürdig war allerdings das, was er der Polizei und im Gericht erzählte. B. bot einfach zu viele Varianten des Tatgeschehens an – einmal sei er erst zu Boden geschubst worden, einmal sofort mit Fäusten attackiert und schwer verletzt worden. Noch heute habe er ein Problem mit dem rechten Auge und sehe alles wie durch einen Schleier. Im Krankenhaus war dies den Ärzten nicht aufgefallen – weder ein Hämatom am Auge noch andere Verletzungen außer einer Verstauchung des Halswirbels – diese hatte B. aber schon vor dem Vorfall.

In der Klinik hatte er von einem ausländerfeindlichen Übergriff gesprochen. Wieso? Die angeblichen Täter kommen aus Algerien, B. auch – er hat erst seit einiger Zeit die deutsche Staatsangehörigkeit. Als weitere Gründe für die Attacke nannte er seine Homosexualität und seinen angeblich von ihm geplanten Ausstieg aus dem Drogendealermilieu. „Das war ein Racheakt.“ Der junge Mann hat wohl ein psychisches Problem. Vielleicht ist er wirklich verprügelt worden, aber nicht vom Angeklagten. „Die Geschichte glaube ich Ihnen nicht, zumindest was Lyes L. betrifft“, erklärte Richter Arndt Fiedler. „Was Mohamed A. betrifft, muss man sehen.“ Allerdings war der zum Prozess nicht erschienen.

Monika Löffler

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