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Gasalarm im Uniklinikum

Gasalarm im Uniklinikum

Viele Patienten der Dresdner Uniklinik dürften gestern unfreundlich geweckt worden sein. Denn gegen 8 Uhr rückten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst mit einem Großaufgebot in der Fetscherstraße an.

Von christoph stephan

Ihr Ziel: Haus 58, das Operative Zentrum des Krankenhauses. Zuvor hatten Mitarbeiter dort in einem Keller ungewöhnlichen Geruch bemerkt. Insgesamt zehn Personen klagten über Unwohlsein, Übelkeit und Reizungen der Atemwege, fünf weitere Menschen meldeten sich während des Einsatzes bei den Sanitätern.

Es bestand der Verdacht, dass in der Sterilisierungsabteilung der Notaufnahme Ethylenoxid ausgetreten ist. Der giftige und hochentzündliche Stoff wird unter anderem verwendet, um medizinische Geräte keimfrei zu machen. "Spezialkräfte der Dresdner Berufsfeuerwehr haben den Bereich großräumig abgesperrt, auch die von der Pfotenhauer- zur Fiedlerstraße führende Magistrale", erklärte Uniklinik-Sprecher Holger Ostermeyer. Im Einsatz waren die Feuerwachen Striesen, Übigau und Neustadt sowie die Freiwilligen Feuerwehren Niedersedlitz und Bühlau.

Gegen 9.30 Uhr wurde schließlich Entwarnung gegeben. "Bis dahin haben Spezialisten insgesamt drei Messungen der Raumluft vorgenommen, die ohne Ergebnis blieben. In dem betroffenen Bereich ließen sich keinerlei gesundheitsgefährdende Substanzen in der Luft nachweisen", betont Ostermeyer. Dass etwas ausgetreten sein muss, gilt dennoch als sicher. Die Frage ist nur, was und in welchen Mengen. Laut Feuerwehrsprecher Thomas Mende musste an der Fetscherstraße kein eigener Behandlungsplatz aufgebaut werden, da die Mitarbeiter der Zentralsterilisation, denen es nicht gut ging, in der Notaufnahme der Uniklinik behandelt werden konnten. Bis zur Mittagszeit seien alle wieder wohlauf gewesen. Bis auf die Unruhe, für die der Großeinsatz sorgte, waren andere Mitarbeiter des Krankenhauses und Patienten von dem Vorfall nicht betroffen. "Es gibt keinerlei Einschränkungen im laufenden Krankenhausbetrieb, auch die Zentralsterilisation arbeitet ohne Einschränkungen", sagt Ostermeyer.

Inzwischen läuft die Suche nach der Ursache für den Gasalarm auf Hochtouren. Beamte der Dresdner Kriminalpolizei untersuchten gestern die Keller im Haus 58. "Ob und wie eine chemische Substanz freigesetzt wurde, konnte bislang noch nicht zweifelsfrei geklärt werden", meinte Polizeisprecher Thomas Geithner. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der fahrlässigen Körperverletzung läuft. "Wir prüfen in diesem Zusammenhang jedoch auch die Möglichkeit einer technischen Ursache", sagte Geithner.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.06.2012

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