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Feuerwehr und Uniklinikum Dresden üben Versorgung eines verstrahlten Patienten

Feuerwehr und Uniklinikum Dresden üben Versorgung eines verstrahlten Patienten

„Verpuffung im Forschungslabor. Patient ist stabil, hat Verbrennungen, ist radioaktiv verstrahlt.“ Nur ganz leise und dumpf dringen die Worte des Feuerwehrmanns unter seiner Atemmaske hervor.

Ärztin Anne Osmers steht ganz nah an dem Mann in der dunkelgrünen Schutzmontur, um ja kein Detail zu verpassen. Als der Patient auf dem OP-Tisch liegt, inspiziert Osmers gemeinsam mit Adina Friedrich, der stellvertretenden Leiterin der Notaufnahme, seine Wunden. Michael Andreeff, Experte vom Dresdner Strahlenschutzzentrum, überprüft, wie hoch die Strahlenbelastung an welchen Körperstellen des verunglückten Wissenschaftlers ist. Die radioaktiven Substanzen spülen Ärzte und Pfleger mit Wasser und Speziallösungen ab, nähen Schnitte, versorgen Verbrennungen.

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Hatten bei der Übung den Hut auf: Andreas Rümpel, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes (l), und Mediziner Axel Heller, Katastrophenschutzbeauftragter des Uniklinikums.

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Glücklicherweise ist der Patient auf dem Tisch nur eine Puppe und der Einsatz bloß eine Übung. Die Dresdner Berufsfeuerwehr und das Universitätsklinikum haben am Freitag diesen Notfall simuliert, um die Mitarbeiter zu schulen und die Koordination zwischen den einzelnen Fachleuten zu prüfen. Ein solches Verstrahlungs-Szenario sei nicht unwahrscheinlich in Dresden mit seinen zahlreichen Forschungseinrichtungen, erklärt Axel Heller, Katastrophenschutzbeauftragter am Uniklinikum. So wird beispielsweise am Helmholtz-Zentrum in Rossendorf und am Forschungsreaktor auf dem TU-Campus mit radioaktiven Substanzen gearbeitet. In einem solchen Fall gehe es nicht nur darum, dem Betroffenen zu helfen, sondern auch um den Eigenschutz der Feuerwehrleute, Ärzte und Pfleger.

Und der funktioniert über Schutzanzüge, Atemschutz und die Messung der Strahlenbelastung. Jeder Arzt trägt ein Dosimeter am Körper, das misst, wie viel Strahlung er schon abbekommen hat. Ist die Höchstdosis erreicht, wird er durch einen unbelasteten Kollegen ersetzt. Das ist heute zum Glück nicht der Fall: Der Patient hat nur lokale Verstrahlungen am Oberkörper, die durch Verdünnung, also Abwaschen, beseitigt werden können. „Man muss sich das vorstellen wie Farbe: Das, was farbig ist, ist hier radioaktiv“, erläutert Mediziner Heller.

Für die Männer in den Schutzanzügen ist so ein Einsatz Schwerstarbeit. „Das ist warm und anstrengend, vor allem bei diesem Wetter. Das ist, als würde man in einer Plastetüte stecken. Da braucht man hinterher viel Flüssigkeit“, sagt Feuerwehrmann Daniel Krolkofsky. Dazu kommt das Gewicht der Ausrüstung: Allein das Atemgerät wiegt rund 30 Kilogramm, der Anzug etwa zehn Kilo.

ttr

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