Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Google+
Fahrraddiebstahl in Dresden verhindern: Anschließen statt abschließen

Fahrraddiebstahl in Dresden verhindern: Anschließen statt abschließen

Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist 2012 stark angestiegen. Allein in Dresden verschwanden über 3988 Fahrräder. Die Aufklärungsrate lag bei nur acht Prozent. Um Fahrräder vor Dieben zu schützen, empfiehlt Konrad Krause vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Dresden gegenüber DNN-Online einige Strategien.

Voriger Artikel
Vier Verletzte bei Unfall auf der Grunaer Straße in Dresden
Nächster Artikel
Radfahrer bei Unfall in Dresden-Tolkewitz verletzt

Auch Fahrradteile sind bei Dieben begehrt. (Symbolbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Ein hochwertiges Schloss ist laut Krause erst der Anfang.

php401b184e96201305071709.jpg

Mindestens 50 Euro empfiehlt der Radexperte in ein gutes Fahrradschloss zu investieren. Dann könne man beruhigt aufs Rad steigen.

Zur Bildergalerie

Das richtige Schloss

Billigschlösser bringen wenig. „In der Fahrradszene nennt man sie Geschenkbändchen“, ordnet er den einfachen Schutz ein, der jedoch wenig bringe. „Zehn Prozent des Fahrradwertes sollte man in Sicherheit investieren“, gibt Krause eine Richtlinie vor, die bereits viele Langfinger abschrecken kann. Denn wie das Bundesministerium des Innern berichtet, sei Beschaffungskriminalität ein wichtiger Grund bei den getätigten Diebstählen. „Diese Leute sind keine Profis, sondern wollen möglichst einfach Geld für Drogen beschaffen“, meint Krause. Mit einem guten Schloss könnte man sie schon abschrecken. Das sollte mindestens 12 Millimeter dick sein, um einem Bolzenschneider standhalten zu können. Ebenfalls ratsam: Nur das Abschließen sichert kaum, da das Rad dann weggetragen werden kann. Erst das Anschließen an einen Bügel bringt mehr Schutz.

Ein breites Sortiment an Schlössern bieten Dresdens Radhändler. Daniel Kaiser, Radexperte bei Little John Bikes, empfiehlt generell Kettenschlösser, die sogar Schutz gegen Bolzenschneider und Eisensägen bieten. Eine ebenfalls sichere Variante sind sogenannte Faltschlössser. „Die sind aus hochwertigen Stahl und können zusammengefaltet am Rad mitgenommen werden“, erklärt Kaiser den Vorteil gegenüber halterlosen Sicherungen. Er empfiehlt mindestens 50 Euro in ein sicheres Schloss zu investieren. Wenig hält er jedoch von Drahtschlössern. „Egal wie dick die sind, irgendwann kommt man da immer durch“, ist er überzeugt.

Einzelteile absichern

Doch nicht nur ganze Velos sind gefährdet. Auch einzelne Teile wie Sättel, Schaltgruppen oder Federgabeln sind bei den Tätern gefragt. Gegen dieses Vorgehen empfiehlt Krause zwei Strategien. Zur Abwehr empfiehlt er das sogenannte Pitlock-System. Diese Spezialschrauben lassen sich nur mit einem entsprechenden Schlüssel lösen. Sie schützen Scheiben- und Felgenbremsen, beide Räder und Lampen. Bei Bedarf bietet der Hersteller zusätzlich ein Code-System, dass den jeweiligen Schlüssel personalisiert. Neben dieser teuren Variante schlägt Krause das Verkleben der Inbusschlüssel-Schrauben vor. „Die Heißklebe hält definitiv davon ab, Teile schnell abzuschrauben“, so der Fahrradexperte. Bei einer notwendigen Reparatur oder zur Wartung lasse sich die Klebe jedoch mit einem Messer nach einigen Minuten lösen. Als zweite Möglichkeit empfiehlt Krause die Tarnung. „Ich kenne Leute, die haben ihr 2000-Euro-Rennrad mit Klebeband so unattraktiv gemacht, da erkennt kaum jemand den wahren Wert“, erläutert er die Taktik, Markennamen und wichtige Teile zu verdecken.

Codierung schützt

Eine weitere Hürde, die so manchen Dieb abschreckt, ist die Codierung. Der Dresdner ADFC bietet sie mit einer Spezialfolie an. Der gut sichtbare Code verringere die Gefahr des Diebstahls. Zudem kommt das System bundesweit zum Einsatz. Die nächsen Termine stehen für den 8. und 22. Mai an. Von 17 Uhr bis 19 Uhr können für 4 Euro eigene Räder im Bischofsweg 38 codiert werden. Unbedingt mitzubringen sind ein Eigentumsnachweis und der Personalausweis. Auch die Polizei bietet regelmäßig Codierungen an.

Einen besonders modernen Weg beschreiten Anbieter von mobilen GPS-Systemen. Versteckt im Sattelrohr oder der Lampe senden die GPS-Tracker ein Signal, sobald das Fahrrad seinen ursprünglichen Parkplatz verlässt. Laut Hersteller soll der Akku dieses modernen Schutzsystems bis zu drei Monate halten und von Dieben kaum erkannt werden.

Dominik Brüggemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Dresden
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Dresdner Ordnungsamt. mehr

Die Polizei gibt Tipps, wie sich Mieter und Hausbesitzer besser gegen Einbrecher wappnen können.mehr