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Fährmann rettet Frau vorm Ertrinken - Rentnerin trieb vor Laubegast in eiskalter Elbe

Fährmann rettet Frau vorm Ertrinken - Rentnerin trieb vor Laubegast in eiskalter Elbe

Fährmann Reinhard Oelschläger hat einen gemütlichen Job. Seine Schicht am vergangenen Sonnabend wird er jedoch so schnell nicht vergessen. Der 59-jährige DVB-Mitarbeiter steuerte gerade die "Caroline" vom Niederpoyritzer an das Laubegaster Ufer und freute sich schon auf seinen Feierabend, als er plötzlich Hilferufe an Land hörte.

"Da standen ein paar Spaziergänger auf Laubegaster Seite und die schrien, dass in der Elbe eine leblose Person treibt", erinnert sich Oelschläger.

Der Fährmann bleibt ruhig, nimmt die Leute mit an Bord und setzt seine Scheinwerfer ein, um das Wasser nach einem Menschen abzusuchen. Die Elbe ist in diesen Tagen mit ein bis zwei Grad Celsius eiskalt. Schon wenige Minuten können über Leben oder Tod entscheiden. "Wir hatten Glück und die Person recht schnell entdeckt. In Höhe des Fähranlegers konnten wir sie packen und zu dritt aus dem Wasser ziehen. Es war nicht zu erkennen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte", berichtet Oelschläger. Zu diesem Zeitpunkt waren die Wasserschutzpolizei und Notärzte bereits informiert und unterwegs nach Niederpoyritz.

Mittlerweile steht fest, dass der Fährmann und die Spaziergänger einer 72-jährigen Dresdnerin das Leben gerettet haben. Wie ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei gestern Abend auf DNN-Anfrage erklärte, wurde sie am Samstagabend von ihrer häuslichen Pflege im Stadtzentrum als vermisst gemeldet. Wie die Rentnerin von dort nach Laubegast kam, was sie hier wollte und warum die Frau komplett bekleidet in die Elbe gestürzt ist, steht noch nicht fest. "Der Rettungsdienst hat sie mit sehr starken Unterkühlungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Seniorin lebt, war aber bislang nicht ansprechbar", so der Polizeisprecher.

Unbestätigten Angaben zufolge ist die 72-Jährige fast einen Kilometer in der Strömung der Elbe getrieben. Als Indiz wird ein Feuerzeug gewertet, das Polizisten auf einem Vorsprung in Altlaubegast oberhalb des Fähranlegers entdeckt haben. Reinhard Oelschläger ist derweil unendlich froh, dass er der Dresdnerin helfen konnte. "Wir mussten warten, bis sie nahe genug an den Anleger getrieben wird. Dort war die einzige Chance, sie auf die Fähre zu ziehen. Mitten auf der Elbe hätten wir wahrscheinlich nichts mehr ausrichten können", sagt er.

Der Fährverkehr zwischen Niederpoyritz und Laubegast stand während des dramatischen Rettungseinsatzes komplett still.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.02.2014

Christoph Stephan

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