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"Es gibt nichts umsonst": Dresdner Polizist warnt Rentner vor Trickbetrüger

"Es gibt nichts umsonst": Dresdner Polizist warnt Rentner vor Trickbetrüger

Der Dresdner Kriminalhauptkommissar Andreas Thomas informiert seit 1993 Senioren über die Tricks und Maschen von Betrügerbanden und gibt Hinweise, wie man sich bei ominösen Anrufen und Haustürgeschäften verhalten sollte.

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Andreas Thomas

Quelle: Hauke Heuer

Die DNN haben mit ihm über die häufigsten Betrugstechniken gesprochen und Tipps dazu eingeholt, wie man den Betrügern begegnet. Weitere Fragen beantwortet Thomas heute von 14.30 bis 16 Uhr bei einem Vortrag in der Ökumenischen Seniorenhilfe Dresden, Wittenberger Straße 83.

DNN: Immer öfter hört man, dass ältere Menschen mit dem Enkeltrick von Betrügern über das Ohr gehauen werden. Nimmt diese Entwicklung nur gefühlt zu oder steigt die Gefahr wirklich?

Betrüger und Diebe gab es schon immer und wird es auch immer geben. Die ersten Fälle in denen der berühmte Enkeltrick angewendet wurde haben wir bereits Ende der 90er Jahre aufgenommen. Lange vor der Osterweiterung der Europaischen Union, die oft für das Auftreten dieser Form der Kriminalität verantwortlich gemacht wird. Auch Deutsche springen immer wieder als Trittbrettfahrer auf. Wichtig ist, dass man sich auf die Gefahren einstellt.

Wie gehen Täter vor, wenn sie versuchen sich mit dem Enkeltrick Geld zu ergaunern?

Meistens handelt es sich nicht um einen Täter, sondern um eine ganze Bande in der jeder eine andere Aufgabe übernimmt. Anhand typischer Modenamen der 20er und 30er Jahre, wie Edith oder Ilse, erkennen die Betrüger hinter welchen Telefonnummer im Telefonbuch sich wahrscheinlich ein alte alleinstehende Frau versteckt. Diese wird dann angerufen. Meistens fordern die Täter ihr Gegenüber dann auf, zu raten wer sich am anderen Ende der Leitung befindet. So können sie den Namen einer Vertrauensperson des Opfers ermitteln, und geben vor eben dieser Verwandte oder Bekannte zu sein. Dann fordern die Täter unter einem Vorwand Geld, etwa um Schulden abzubezahlen. Meistens wird mehrmals hintereinander angerufen und so der psychische Druck auf die Opfer erhöht, die am Ende an einem Treffpunkt das Geld übergeben. Die Täter observieren außerdem die Wohnung der Angerufenen, um feststellen zu können, wenn die Polizei eingeschaltet wurde.

Wie kann man sich am besten vor dieser Art des Betrugs schützen?

Man sollte bei einem Anfangsverdacht nicht auf das Gespräch eingehen. Ist man sich nicht sicher, empfiehlt es sich die eigenen Angehörigen zu kontaktieren, um festzustellen, ob der Enkelsohn nicht wirklich um Geld gebeten hat.

Gibt es noch andere typische Maschen mit denen die Kriminellen sich versuchen Geld bei älteren Menschen zu ergaunern?

Einer der beliebtesten Tricks ist das Auskundschaften von nur fußläufig zu erreichenden Geldautomaten. Hier wird beobachtet wer besonders viel Geld abhebt. Danach wird die Person bis zu ihrer Wohnung verfolgt. Anschließend betritt einer der Täter unter einem Vorwand die Wohnung während ein Zweiter unbemerkt durch die offene Tür schlüpft, um in typischen Verstecken auf Bauchhöhe nach dem Geld zu suchen. Ich empfehle jedem, sich eine Türkette zuzulegen, um zu verhindern das die Wohnung in einem Moment der Ablenkung betreten wird.

Viele fallen auch auf vermeintlich lohnende Angebote für kostenlose Reisen oder ähnliches herein. Auf diesen sogenannten "Kaffeefahrten" werden ihnen dann überteuerte Produkte angedreht. Wie kann man sich gegen diesen Wucher schützen?

Ich sage den Leuten immer, dass sie sich in solchen Situation ins Gedächtnis rufen sollten, dass es nichts umsonst gibt. Derartige Angebote gilt es zu ignorieren. Zumal, diese Art von Täter schwer zur Rechenschaft zu ziehen ist, da sie sich sehr gut organisieren, in rechtlichen Grauzonen bewegen und oft kein Verantwortlicher bestimmt werden kann.

Sie leisten seit 20 Jahren Aufklärungsarbeit. Haben Sie das Gefühl mit Ihrer Arbeit erfolgreich zu sein?

Kriminalität wächst in neuer Form immer wieder nach. Ein Enkeltrickbetrüger muss heute allerdings hunderte Leute anrufen bis er jemanden findet, der noch auf diese Masche hereinfällt, da das Vorgehen auch durch die polizeiliche Aufklärung mittlerweile allgemein bekannt ist. Es notierte Hauke Heuer

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.01.2013

Heuer, Hauke

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