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Erste Flüchtlinge beziehen Dresdner Zeltstadt - Neonazis greifen Polizei und Gegendemonstranten an

Erste Flüchtlinge beziehen Dresdner Zeltstadt - Neonazis greifen Polizei und Gegendemonstranten an

Die ersten rund 300 Flüchtlinge haben das Zeltlager an der Bremer Straße in der Dresdner Friedrichstadt bezogen. Gegen 22.30 Uhr am Freitagabend erreichten fünf Busse aus Chemnitz das Gelände, wo sie von rund 50 Flüchtlingsunterstützern winkend und mit Gesang empfangen wurden.

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Am Abend erreichten die ersten Busse Dresden

Quelle: DNN

Bis zum Sonntag sollen insgesamt rund 800 Menschen die Zelte beziehen.

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Am späten Abend erreichten dann die ersten rund 300 Asylsuchenden das Gelände. Sie wurden von rund 50 Unterstützern sowie rund einem Dutzend Rassisten empfangen.

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So fröhlich wie beim Empfang war der Tag aber nicht: Bereits seit dem Morgen hatten Neonazis und andere Asylgegner vor dem Tor Stellung bezogen. Dahinter wurde bis zur letzten Minute gebaut. Das Gelände wurde beräumt, planiert und mit Zelten, Toiletten und Duschen bestückt. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das die Einrichtung betreut, und das Technische Hilfswerk (THW) schufteten den ganzen Tag.

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Erst am Donnerstag waren die Pläne für Zeltstadt offiziell geworden. „Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Wir brauchen das Zeltlager dringend. Aber es muss auch betriebsbereit sein“, sagte der Sprecher der Landesdirektion, Holm Felber. Insgesamt 1100 Menschen sollen auf dem Grundstück untergebracht werden.

Bereits nachdem am Donnerstag die Pläne offiziell wurden, setzte eine angespannte Stimmung ein. Das DRK berichtete am Freitag, dass ihre Helfer von militanten Asylgegnern behindert und in einem Fall auch bedroht wurden.

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Als sich ein Kamerateam den Nonazis näherte, eskalierte die Situation

Quelle: DNN

Am Freitag gegen 18.30 Uhr marschierten schließlich rund 150 Personen zu einer NPD-Kundgebung auf, direkt gegenüber der neuen Zeltstadt. Ihnen standen mehr als 200 Gegendemonstranten lautstark gegenüber. Als sich gegen 19.30 Uhr ein Kamera-Team der NPD-Veranstaltung näherte, eskalierte die Situation. Erst wurden die Journalisten bedroht und mit Wasser bespritzt, schließlich stürmte ein Teil der Neonazis nach vorn, warf mit Böllern, Glasflaschen und dort befindlicher Baustelleneinrichtung in die Menge der Gegendemonstranten. Dabei wurde mindestens eine Frau am Kopf getroffen und verletzt.

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Unter anderem warfen gewaltbereite Neonazis mit Baustelleneinrichtung

Quelle: DNN

Die Polizei drängte mit ihren nur rund 50 Einsatzkräften die gewaltbereiten Neonazis zurück, unterließ es jedoch, Personalien aufzunehmen. Dem mehrfach ausgesprochenen Platzverweis kamen die Rechten erst nach, als die Beamten nach fast einer Stunde Verstärkung erhielten. Bis dahin versuchten immer wieder Kleingruppen, in die Nähe der Flüchtlings-Unterstützer zu gelangen. Zudem suchten vor allem ältere Asylgegner immer wieder den Kontakt zu Gegendemonstranten, um diese dann bei Gegenargumenten lauthals zu beschimpfen.

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Auf der Gegenseite hatten sich rund 200 Menschen versammelt.

Quelle: DNN

Als gegen 22.30 Uhr Busse eintrafen, hatte sich die Lage wieder weitgehend beruhigt. Im Umfeld der Bremer Straße hatte die Polizei jedoch weiter alle Hände voll zu tun, so flogen am Abend Feuerwerkskörper in das Grundstück. Neben den Asyl-Befürwortern hatte es am Abend dann auch ein Dutzend Gegner wieder auf die Bremer Straße geschafft, darunter auch mehrere Beteiligte der Ausschreitungen am früheren Abend. Die Polizei wurde nur in einem Fall aktiv, als ein Rassist den ankommenden Bussen ein "Handgranate, Schießbefehl" entgegen brüllte.

Die Mehrheit der Anwesenden empfing die Flüchtlinge jedoch freundlich, so wurde noch am Zaun Spielzeug an die ankommenden Kinder übergeben.Der Polizei stehen an dem unübersichtlichen Gelände jedoch angespannte Tage bevor. Die Beamten haben für die kommende Zeit ein 24-Stunden-Präsenz angekündigt.

DNN

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