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Einbrecher plünderte Häuser auf dem Weißen Hirsch in Dresden

Gericht: Zweieinhalb Jahre für dreisten Dieb Einbrecher plünderte Häuser auf dem Weißen Hirsch in Dresden

Martin W. hat auf dem Weißen Hirsch für einige Aufregung gesorgt. Er hat sich für seine Diebestouren gezielt das Nobelviertel ausgesucht, weil dort, so sagte er selbst, viel zu holen und das schnelle Geld zu machen sei.

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Quelle: dpa

Dresden. Martin W. hat auf dem Weißen Hirsch für einige Aufregung gesorgt. Er hat sich für seine Diebestouren gezielt das Nobelviertel ausgesucht, da dort, so sagte er selbst, viel zu holen und das schnelle Geld zu machen sei. Der 30-Jährige beklaute die Reichen, allerdings nicht in Robin-Hood-Manier, der es den Armen gibt, sondern er stahl für sich und seinen Drogenkonsum. Die Häuser wurden vorher ausspioniert, lagen meist am Hang und waren von außen schlecht einsehbar, dass machte es ihm leichter. Wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls stand er gestern vor dem Amtsgericht.

Im Oktober vergangenen Jahres stieg er über ein Oberlichtfenster in ein Einfamilienhaus ein, durchsuchte die Räume und ließ Schmuck, hochwertige Uhren, Tabletts und eine Kamera nebst Objektiv und Zubehör im Gesamtwert von rund 6000 Euro mitgehen. Die Besitzer bemerkten den Schaden erst später, sie waren zur Tatzeit im Urlaub. Es sei nicht geplant, sondern spontan gewesen, erklärte der Angeklagte gestern. „Ich bin ziellos durch die Gegend gelaufen und habe darüber nachgedacht, wie es in meinem Leben weiter gehen soll“, erklärte er. Und so beim Nachdenken kam ihm, ganz spontan, die Idee für einen Einbruch.

Noch schlimmer erwischte es im Februar 2016 Matthias L. Auch in dessen Villa war der Angeklagte eingebrochen. Er hatte mit einem Stein die Terrassentür eingeschlagen, sich lange und geduldig in dem Haus umgesehen und alles was ihm wertvoll erschien eingepackt. Uhren, Gold- Silber- und Perlenschmuck, Markenklamotten, ein Tablett und Silbermünzen. Insgesamt packte er Diebesgut für etwa 11 000 Euro in zwei Reisetaschen, wurde dann allerdings von den heimkehrenden Bewohnern gestört. Martin W. flüchtete mit einer Tasche über die Terrasse. Die Beute verscherbelte er in Berlin an ihm dort bekannte Hehler. Der Erlös brachte nur einen Teil des Wertes. Zudem zählt für die Opfer ja nicht nur der materielle, sondern oft auch der ideelle Wert. Der Angeklagte klaute gezielt, ließ nicht alles mitgehen, sondern suchte nach wertvollen Dingen. „Ich kenn mich da ein bisschen aus“, sagte er gestern.

Geschnappt wurde Martin W. später an Hand von Fingerabdrücken, die er bei den Einbrüchen hinterlassen hatte. Die waren der Polizei gut bekannt, denn der 30-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt, sondern erheblich und einschlägig vorbestraft und saß auch schon einige Jahre im Gefängnis, was ihn offensichtlich nicht beeindruckt hat. Er war erst ein halbes Jahr vorher aus der Haft entlassen worden und stand er unter Bewährung. Der Angeklagte hat sich bisher in seinem Leben vor allem gedrückt. Schule, Ausbildung, Arbeit – alles zu anstrengend. Er lebte bei den Eltern in den Tag hinein und kümmerte sich um nichts – außer seinem Drogenkonsum. Wer von ALG II lebt hat für solch ein Hobby wenig Geld, also besorgte er es sich durch Diebstähle.

Der Angeklagte legte gestern ein umfassendes Geständnis ab und ersparte dem Gericht so eine umfangreiche Beweisaufnahme, was man ihm positiv anrechnete. Der 30-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt, muss zudem Matthias L., der ein Adhäsionsverfahren angestrengt hatte, 3400 Euro, plus Anwaltskosten zahlen.

Von Monika Löffler

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