Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Dresdner Spezialeinheit ermittelt nach Schlägerei vor Zeltstadt

Dresdner Spezialeinheit ermittelt nach Schlägerei vor Zeltstadt

Die Polizei reagiert auf die Auseinandersetzungen vor der Dresdner Zeltstadt an der Bremer Straße: Die Beamten haben gestern eine Ermittlungsgruppe gegründet, deren Arbeitsschwerpunkt der Kampf gegen Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Notunterkunft und dessen Bewohnern ist.

Die Spezialeinheit gehört zum Staatsschutzdezernat der Dresdner Kripo, das sich mit politisch motivierten Straftaten befasst und besteht aus sechs Ermittlern. Sie kommen von der Dresdner Kripo, dem Operativen Abwehrzentrum der sächsischen Polizei und aus dem Revier Dresden-West, zu dessen Arbeitsbereich die Friedrichstadt gehört.

phpcb873e88c0201507272246.jpg

Eindrücke vom späteren Abend

Zur Bildergalerie

Arbeit haben die Beamten bereits jede Menge. Denn während der Demonstrationen am Montagabend, zu denen das Bündnis Dresden Nazifrei und Pegida aufgerufen hatten, blieb es zwar ruhig. Danach war es aber aus mit der Ruhe. Vor dem Zeltlager auf der Friedrichstraße wurde eine Autofahrerin angegriffen, am Alberthafen gingen rund 35 Asylgegner und -befürworter aufeinander los.

Die Attacke vor dem Eingang zur provisorischen Erstaufnahmeeinrichtung ging von Personen aus, die sich nach Ende der „Nazifrei“-Demo auf der Bremer Straße versammelt hatten. Etwa 200 Menschen standen um 23 Uhr vor der Zeltstadt, als eine 46-Jährige mit ihrem VW Golf vorbeifuhr. Die Frau musste stoppen, um einen abbiegenden Bus passieren zu lassen. Wenigstens 30 Personen schrieen sie an, weil sie die Autofahrerin der rechten Szene zuordneten, berichtete Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Das schlussfolgerten die Angreifer aus der Kleidung und ihrer Frisur. Auch das Autokennzeichen, in dem eine „88“ vorkam – in der rechten Szene ein Synonym für die Anfangsbuchstaben des Nazigrußes „Heil Hitler“ – galt für sie als Beleg für die Gesinnung der Frau. Die Angreifer schlugen mehrere Scheiben am Auto der Frau ein und traten gegen das Fahrzeugheck. Dann tauchten die Täter in der rund 200 Personen umfassenden Gruppe vor dem Eingang zur Zeltstadt unter. Die Frau hatte sich zur Polizei in Sicherheit gebracht, sie wurde leicht verletzt, teilte die Polizei mit.

php4425894b97201506292317.jpg

Rund 60 Personen haben auch am 29. Juni gegen das Flüchtlingsheim in Freital demonstriert.

Zur Bildergalerie

Knapp zwei Stunden danach gingen am Alberthafen rund 20 Rechte auf 15 Asylbefürworter los. Bei der Attacke wurde ein 25-Jähriger verletzt. Er erlitt eine Kopfplatzwunde, teilte die Polizei mit. Die Angreifer flüchteten danach in Richtung Friedrichstraße. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch. Nach dieser Auseinandersetzung versammelten sich vor dem Hafeneingang rund 60 Unterstützer der Angegriffenen zu einer Spontankundgebung. Dabei blieb es ruhig. Kurz vor 3 Uhr beendeten die Asylbefürworter ihre Kundgebung.

In der Zeltstadt leben mittlerweile 856 Flüchtlinge, teilte gestern der stellvertretende Sprecher der Landesdirektion Sachsen Ingolf Ulrich mit. Bisher seien noch keine Flüchtlinge in andere Unterkünfte verlegt worden, so Ulrich weiter. Bustransfers aus der Zeltstadt heraus hätten lediglich dazu gedient, Flüchtlinge zur Bearbeitung ihrer Asylverfahren nach Chemnitz zu bringen.

cs

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Dresden
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Dresdner Ordnungsamt. mehr

Die Polizei gibt Tipps, wie sich Mieter und Hausbesitzer besser gegen Einbrecher wappnen können.mehr