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Dresdner Kriminalisten sind dreisten Trickbetrügern auf der Spur

Dresdner Kriminalisten sind dreisten Trickbetrügern auf der Spur

Die Dresdner Kriminalpolizei ist dreisten Trickbetrügern auf der Spur. Die Unbekannten rufen Rentner an, geben sich als Polizisten aus und gaukeln Befragungen im Zuge von Ermittlungen vor.

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Die Dresdner Kriminalpolizei ist dreisten Trickbetrügern auf der Spur.

Quelle: Stephan Lohse

Auf diese Weise erbeuteten sie seit Mitte März rund 200.000 Euro allein von drei Seniorinnen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es noch viele unentdeckte Fälle dieser Art gibt, sagte Hauptkommissar Steffen Schmieder.

Die falschen Polizisten tun so, als gäbe es einen Einsatz gegen eine ausländische Bande, die einen Einbruch bei den Angerufenen plant. „Dabei fragen sie geschickt ihre Opfer nach Wertsachen ab - Schmuck, Bargeld und Bankvermögen“, berichtete Schmieder. Dann bringen sie die Rentner dazu, ihr Vermögen von der Bank abzuheben, weil es dort angeblich nicht sicher sei. Zur Unterstützung spielen sie schon mal Geräusche einer laufenden Festnahme vor - mit Martinshorn, Stimmengewirr und dem Durchladen von Waffen.

In einem Fall haben zwei verschiedene Männer eine Rentnerin vollends verwirrt: Der Eine behauptete, Einbrechern auf der Spur zu sein, der Andere, dass dieser ein falscher Polizist und er ihm auf den Fersen sei. Das hat auch für die echten Kriminalisten Folgen. „In einem Fall mussten wir die Geschädigte und ihre Angehörigen über Stunden davon überzeugen, dass wir die richtige Polizei sind“, sagte der Leiter des Betrugsdezernats. Besonders perfide: die Rentner werden auch noch als Geldboten bei anderen Opfern missbraucht - und so zu Mittätern gemacht.

Bekannt wurde die Betrugsserie durch eine 78-Jährige, die zur Polizei ging, nachdem sie als „verdeckte Ermittlerin“ missbraucht worden war. Sie hatte einen Umschlag bei einer anderen Seniorin abgeholt und an die vorgegebene Adresse geschickt. Eine dritte Rentnerin wurde 115.000 Euro los. Mehrere Betrugsversuche jeweils mit Summen zwischen 40.000 und 130.000 Euro scheiterten bei der Geldübergabe - an Nachbarn, Bankmitarbeitern oder der Polizei. Die Kriminalisten vermuten noch weit mehr Fälle.

„Oft trauen sich Geschädigte nicht, sich an die Polizei zu wenden“, erklärte Schmieder. „Es ist ihnen peinlich oder sie fürchten Ärger mit den Angehörigen, deren Erbe sich in Luft aufgelöst hat.“ Da die Täter in Call-Centern im Ausland - laut Schmieder gibt es Hinweise auf die Türkei - sitzen und die Telefonverbindung   manipulieren, sind die Ermittlungen schwierig. Die Angerufenen aber sehen die Festnetznummer der Polizei Dresden. „Call ID Spoofing“ nennen die Beamten die Methode, die für eine hohe Professionalität der Bande spreche. „Dagegen sind Enkeltrickbetrüger Waisenknaben.“

dpa

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