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Dresdner Kirch-Gemeinde erhielt Telefon-Rechnung über 300000 Euro

Dresdner Kirch-Gemeinde erhielt Telefon-Rechnung über 300000 Euro

Handykosten in schwindelerregender Höhe sind im April bei der evangelischen Christuskirchgemeinde in Dresden-Strehlen aufgelaufen. 310 280,28 Euro wollte die Telekom für die Benutzung eines Funktelefons haben, mit dem auch Daten aus dem Internet heruntergeladen worden waren.

Das Handy wurde der Gemeinde im März 2012 gestohlen. Ein 21-Jähriger aus Rumänien hatte es sich gegriffen und ist damit verschwunden. Letztlich kam zu einem Vergleich mit dem Konzern. Die Telekom hat der Gemeinde den Löwenanteil der Summe gegen Zahlung von 1000 Euro erlassen.

"Wir haben alle reihenweise einen Herzinfarkt bekommen", beschreibt Pfarrer Friedrich Christoph Ilgner den April-Tag, an dem die gigantische Telefonrechnung im Gemeindehaus an der Elsa-Brandström-Straße ankam. Illgner: "Wahrscheinlich hat der Dieb einen unserer winterlichen Sonntagsgottesdienste genutzt, um sich das Handy aus der Kanzlei zu holen." Das Telefon sei "vor vielen Jahren" schon angeschafft worden, als Handys noch nicht selbstverständlich waren, "nun lag es herum".

Die Kirchgemeinde alarmierte die Polizei, parallel dazu beauftragte sie einen Rechtsanwalt, mit der Telekom über das weitere Vorgehen zu verhandeln. Der Anwalt hatte Erfolg, wohl auch, weil die Telekom nicht zum ersten Mal mit einem solchen Fall zu tun hatte, meint Pfarrer Illgner. "Das Unternehmen war doch recht kulant."

Inzwischen war auch die Polizei aktiv geworden. Die Ermittler bekamen schnell heraus, wer der Handydieb sein könnte. Bei der Auswertung der Telefondaten fielen ihnen vier wiederkehrende Rufnummern auf. "Eine dieser Nummern führte die Beamten nach Pirna", berichtete gestern Polizeisprecher Thomas Geithner. Dort konnten Kollegen der Dresdner Ermittler schließlich einen 21-jährigen Rumänen als den Handynutzer identifizieren. Auch, weil er immer wieder in Rumänien angerufen hatte. Die Polizei beschaffte sich ein Bild des Verdächtigen und legte es den Strehlenern vor. Die Mitarbeiter der Gemeinde erkannten darauf den Handydieb.

Der 21-Jährige ist mit dem Telefon wahrscheinlich ins Ausland verschwunden, die Beamten kennen aber seinen Namen und wissen, wo er gewohnt hat. Die Akte zu dem Fall wurde mittlerweile der Staatsanwaltschaft übergeben. Dort muss nun entschieden werden, wie es weitergehen soll.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.09.2012

C. Springer

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