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Dresdens neuer Polizeipräsident tritt sein Amt an

Wechsel in der „Schießgasse“ Dresdens neuer Polizeipräsident tritt sein Amt an

Dresden hat einen neuen Polizeichef. Er heißt Horst Kretzschmar und war zuletzt Chef der Bereitschaftspolizei in Leipzig. Der Neue war unter anderem auch Leiter des sächsischen SEK. Er kennt sich aus mit gefährlichen Situationen.

Horst Kretzschmar
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  In der Polizeidirektion (PD) an der Schießgasse hat am Freitag ein neuer Präsident sein Amt angetreten. Der Neue heißt Horst Kretzschmar, ist aber in Dresden ein altbekannter. Denn neben verschiedenen anderen Aufgaben bei der sächsischen Polizei war er bereits vier Jahre lang Vizechef in der „Schießgasse“. Kretzschmar löst Dieter Kroll ab, der sich nach gut viereinhalb Jahren Amtszeit in Dresden in den Ruhestand verabschiedet hat.

„Ich weiß, auf was ich mich einlasse“, sagte Kretzschmar als er sich am Freitag zum ersten Mal der Presse stellte. Von seiner neuen Aufgabe wusste Kretzschmar bis vor einem Monat noch nichts, neuer Chef in der Direktion sollte eigentlich Ministerialrat Ulrich Bornmann werden. Doch Bornmann nahm sich selbst aus dem Rennen. Er baute betrunken einen Auffahrunfall auf der Autobahn A9. Damit endete (vorerst) seine Polizeikarriere und Innenminister Markus Ulbig (CDU) entschied, dass der Chef der Bereitschaftspolizei (Bepo) Horst Kretzschmar den Job in Dresden machen soll. „Ich saß am Abend zu Hause und aß Abendbrot, da klingelte das Telefon“, erinnert er sich an den 29. Februar. Landespolizeipräsident Jürgen Georgie rief an und teilte Kretzschmar mit, dass er am nächsten Tag beim Minister zu erscheinen hat. Es gehe um ein Personalproblem, erfuhr der 56-Jährige noch. Mehr nicht. Fortan machte sich der Bepo-Chef Sorgen und suchte Fehler in seiner eigenen Amtsführung. Erst am Tag darauf klärte sich alles auf als ihm Ulbig eröffnete, dass er den Spitzenposten in Dresden übernehmen soll.

„Jetzt habe ich örtliche Zuständigkeit“, beschreibt Kretzschmar den wichtigsten Unterschied zu seinem Amt bei der Bereitschaftspolizei, die sich vor allem der Beamtenausbildung widmet und immer dort gefragt ist, wo die örtliche Polizei verstärkt werden muss. Die Landeshauptstadt versteht der Neue als besondere Herausforderung, ein Gespräch mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) soll bald stattfinden. Auch mit den Landräten aus Pirna und Meißen will sich Kretzschmar treffen, denn die zwei Kreise gehören ebenfalls zum Dienstgebiet der PD Dresden. Dabei will er „die Erwartungshaltungen ausloten“, erklärt der neue Polizeichef sein Ziel bei diesen Treffen.

Der gebürtige Crimmitschauer kennt die Landeshauptstadt wie seine Westentasche. Als Stellvertreter seines Vorgängers hat er hier zahlreiche Großeinsätze geleitet und war auch bei Dynamo-Spielen vor Ort gefragt. „Dynamo gehört in die zweite Liga“, ist er überzeugt. Dort wünscht er der Mannschaft weiter sportlichen Erfolg. Denn „wenn es sportlich gut geht, dann haben wir als Polizei mit Dynamo kein Problem“, weiß der neue PD-Chef.

Weiter Probleme erwartet er dagegen bei Demonstrationen in Dresden. Es sei „ein bisschen die Kultur des Demonstrierens“ verloren gegangen, meint Horst Kretzschmar. „Dass es bei Großlagen meistens eine Gegendemo gibt, das gehört zur Demokratie“, weiß er und erklärt seine Demokritik: „Das Blockieren von Versammlungen mit dem Ziel, sie zu verhindern, führt immer zum Einsatz der Polizei.“ Alle Beteiligten seien aber auf „Demonstrationsfrieden angewiesen“, so Kretzschmar.

Mit terroristischen Anschlägen rechnet er nicht in Dresden. Dafür sei die Landeshauptstadt nicht symbolträchtig genug, ist Polizeipräsident Horst Kretzschmar überzeugt. Mit Blick auf die dreitägigen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, die im Oktober in Dresden stattfinden, setze sich die Polizei aber auch mit diesem Thema auseinander. „Ich bin aber immer der Hoffnung, dass dieser Part an uns vorbei geht“, so Kretzschmar zur Terrorgefahr.

Kriminalitätsphänomenen wie der Drogenszene am Wiener Platz und der gestiegenen Zahl von Wohnungseinbrüchen, vor allem in der Region, will Kretzschmar aktiv begegnen. „Wir werden unsere Einsätze fortsetzen, brauchen aber einen langen Atem“, erklärt er die Polizeitaktik im Kampf gegen Drogenhändler. Beim Kampf gegen Einbrecherbanden setzt er auf Prävention. „Auch mein Haus habe ich aufgerüstet“, lässt Kretzschmar lächelnd wissen. Viel mehr Persönliches will der neue Dresdner Polizeichef aber nicht verraten. Nur das noch: Er sei ja früher Ringer gewesen, heute spiele er ein bis zwei Mal pro Woche Tennis. „Da bin ich von einem passiven zu einem aggressiven Spieler geworden“, sagt Kretzschmar. Und: „Das tut mir gut.“ Damit meint er sicherlich das Tennisspielen ganz allgemein.

Von Christoph Springer

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