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Dresden liegt bei Kriminalität im Mittelfeld der Großstädte

Dresden liegt bei Kriminalität im Mittelfeld der Großstädte

In den Großstädten Berlin und Leipzig lebt man weitaus gefährlicher als in übrigen Gebieten Ostdeutschlands. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2012 hervor, die morgen in Berlin vorgestellt werden soll.

Dresden/Leipzig.

Die Polizeigewerkschaft warnt vor wachsender Brutalität der Einbrecher und vor weiterem Personalabbau.

In Mitteldeutschland hat Sachsen-Anhalt mit 8180 Straftaten pro 100000 Einwohner die höchste Kriminalitätsrate (8180) vor Sachsen (7551) und Thüringen (6307), wie die Zeitung "Die Welt" gestern aus der Statistik zitierte. Frankfurt am Main bleibt demnach mit 16310 Straftaten pro 100000 Ein­wohner die gefährlichste Großstadt Deutschlands. In Ostdeutschland sind Berlin (14144) und Leipzig (12985) die unsichersten Städte. Unter 39 deutschen Großstädten kommt Dresden (10382) auf Rang 20. Berlin und Leipzig liegen an 4. und 8. Stelle, Magdeburg (11.) und Halle (Rang 15) liegen dazwischen.

Besonders alarmierend ist die wachsende Zahl der Wohnungseinbrüche, die auch immer brutaler werden. Früher habe noch der Grundsatz gegolten, dass Einbrecher nur kämen, wenn die Wohnung leer sei, "aber heute ist das anders", sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Mittlerweile fesselten und knebelten Täter ihre Opfer. Sie gingen schlicht davon aus, dass sie sowieso nicht geschnappt würden oder aber ohne Gefängnisstrafe davonkämen.

Sachsen setzt auf wachsame Nachbarn

Der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, bezeichnete die Zunahme der Einbrüche um 8,7 Prozent als Alarmzeichen: "Aus Angst vor Ganoven schließen sich viele Seniorinnen und Senioren in ihrer Wohnung ein und trauen sich kaum noch vor die Tür."

Obwohl nur noch jeder sechste Einbruch aufgeklärt wird und die Polizei das Eigentum der Bürger offensichtlich nicht mehr schützen kann, bleibt das sächsische Innenministerium gelassen: "Wir haben eine motivierte und gut ausgebildete Polizei", sagt Ministeriumssprecher Frank Wend. Gegen Wohnungseinbrüche setzt das Ressort um Innenminister Markus Ulbig (CDU) verstärkt auf Vorbeugung: "Hier ist Selbstverantwortung und Eigensicherung gefragt. Die Polizei steht jederzeit mit Tipps und Ratschlägen zur Verfügung." Wend erinnert daran, dass die Zahl der Bürgerpolizisten in Sachsen erhöht wurde. "Gleichzeitig brauchen wir eine wachsame und aufmerksame Nachbarschaft und Nachbarschaftshilfe."

Polizeigewerkschaft fordert sofortige Kurskorrektur

Zwischen Arzberg und Zittau ziehen sich Ordnungshüter immer mehr aus der Fläche zurück, beklagt Mathias Winkler von der Polizeigewerkschaft Sachsen. Vor allem den Abzug von Bundespolizei-Hundertschaften in Grenznähe bezeichnet er als Fehler: "Seit Öffnung der Grenzen zu Polen und Tschechien laufen wir der Entwicklung nur hinterher." Organisierte Verbrecherbanden bedienten sich fast nach Belieben in Wohnungen und Büros, bei Fahrzeugen und Maschinen. "Nur wenn der Verfolgungsdruck hoch genug ist, kommt keiner mehr auf die Idee, die Kupferdachrinne der Kirche zu klauen." Bürgerpolizisten könnten kein Revier ersetzen. Winkler fordert: "Die sächsische Polizeireform muss schnellstens korrigiert und der Realität angepasst werden." Mit über 100000 Straftaten ist die Polizeidirektion Leipzig die am stärksten belastete Polizeidienststelle im Freistaat Sachsen. "Die seit Jahren steigende Kriminalität stellt uns vor besondere Herausforderungen", sagte Polizeipräsident Bernd Merbitz, der trotz drohendem Personalabbau mehr Streifen auf die Straße schicken will.

Eva Jähnigen, innenpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag in Dresden, forderte Innenminister Ulbig auf, "den Stellenabbau bei der Polizei zu stoppen. Wer seit Jahren den Abbau von Polizeistellen propagiert, darf sich nicht wundern, wenn die Kriminalitätsraten steigen und die Aufklärungsquote sinkt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.05.2013

Winfried Mahr

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