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Diebstähle von Baustellen: Dresdner Polizei fordert Firmen auf, mehr für Sicherheit zu tun

Diebstähle von Baustellen: Dresdner Polizei fordert Firmen auf, mehr für Sicherheit zu tun

Diesel, Metall, Baumaterial, Werkzeug und schwere Maschinen: Auf Baustellen ist kaum etwas vor Dieben sicher. Beispiel Strehlener Straße: Dort haben Langfinger Ende des vergangenen Jahres acht Anbauteile für Baumaschinen gestohlen.

Von Christoph Springer

Der Wert: 86 000 Euro. Erst am 7. Januar wurde der Diebstahl bemerkt. Die Täter waren Profis, sie konnten mit Baumaschinen umgehen. "Zum Verladen dieser Teile nutzten die Unbekannten einen auf der Baustelle abgestellten Bagger", berichtete Polizeisprecher Thomas Geithner. Ihre Beute haben die Diebe wahrscheinlich per Lkw abtransportiert.

Und noch ein Beispiel: Von einer Baustelle an der Hamburger Straße stahlen Diebe am ersten Januarwochenende drei Anbauteile für Baumaschinen, Beutewert 30 000 Euro. Auch diese Langfinger nutzten einen Bagger, um ihre Beute zu verladen, sagte Geithner.

Solche Taten verhageln die Polizeibilanz. Schließlich ist Diebstahl von Baustellen in Dresden bislang kein Phänomen, das die Ermittler besonders beschäftigt. Sprecher Marko Laske: "Im Vergleich mit der Gesamtzahl der Straftaten ist das kein Schwerpunkt." Rund 53 000 Straftaten registrierte die Polizei 2011, die Zahlen für das vergangene Jahr sind noch nicht zusammengerechnet. Dieser Zahl stehen 2011 genau 206 Diebstähle von Baustellen gegenüber. 2010 waren es 164 und im vergangenen Jahr 190.

Dresden hat damit eine Ausnahmestellung, denn die Bauindustrie beklagt "dramatische Ausmaße" des Diebstahls von Baustellen. Laut Bauindustrieverband ist die Zahl solcher Taten von 2002 bis 2011 um etwa 20 Prozent gestiegen. Leipzig liegt offenbar im Trend. 487 Diebstähle von Baustellen hat der Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt bereits 2009 in der Messestadt registriert, 622 waren es 2011. Das sind drei Mal so viele wie in Dresden.

Dennoch sieht die Polizei in der Landeshauptstadt mehr und mehr auch die Baufirmen selbst gefordert. Sie müssten mehr für Sicherheit sorgen, sagt Polizeisprecher Laske, könnten Überwachungskameras installieren und Wachleute engagieren. "Es ist einfacher auf Baustellen einzudringen als in Baufirmen", so der Polizeisprecher. In den Firmen werde für Sicherheit gesorgt, Baustellen seien dagegen weniger massiv gesichert, erklärt der Polizeisprecher und nennt als Beispiel dafür Bautüren, wie sie in Häuser für die Zeit von Rekonstruktionsarbeiten eingesetzt werden.

Die Ermittlungen zu den Baustellendiebstählen Anfang Januar hat die Kriminalpolizei übernommen. Gefunden sind die Täter noch nicht, auch von der Beute fehlt weiter jede Spur. "Wir wissen nicht, ob diese Teile in anderen Baugeschäften verwendet werden oder das Metall verkauft wird", so Laske. Immerhin: Eine ähnliche Tat wurde seitdem in Dresden nicht mehr gemeldet. Das ist eine gute Nachricht für die Baufirmen und die Polizei.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.01.2013

cs

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