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Die schlagenden Argumente der wilden Susi

Jugendschöffengericht in Dresden Die schlagenden Argumente der wilden Susi

Den Namen Susanne gibt es in vielen Ländern und verschiedenen Abwandlungen, er soll Lilie bedeuten. Da hat man so seine Vorstellungen, aber die täuschen gelegentlich. Eine feine, zarte Lilie ist Susann S. nicht, sondern eher robusterer Art - sie bevorzugt schlagende Argumente.

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Wegen besonders schwerem Raub, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Aussetzung muss sich die 23-Jährige derzeit vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Quelle: dpa

Dresden. Den Namen Susanne gibt es in vielen Ländern und verschiedenen Abwandlungen, er soll Lilie bedeuten. Da hat man so seine Vorstellungen, aber die täuschen gelegentlich. Eine feine, zarte Lilie ist Susann S. nicht, sondern eher robusterer Art - sie bevorzugt schlagende Argumente und wenn die junge Frau hinlangt, ist sie nicht zimperlich. Dass, was ihr die Staatsanwaltschaft vorwürft, hat es in sich und man traut es einer Heranwachsenden eigentlich kaum zu. Im November 2013, da war Susann S. gerade einmal 19 Jahre alt, soll sie auf einen jungen Mann brutal zu Boden geprügelt haben. Es folgten Tritte ins Gesicht und aufs Auge, so dass das Opfer zeitweise sein Sehvermögen verlor. Danach klaute sie ihm eine Kette und eine Jacke.

Am Abend des 2. Novembers 2013 soll sie einen blutigen Rachefeldzug gegen einen Kumpel gestartet haben. Florian K., der unter Drogen und völlig neben sich stand, wurde in ein Auto gezerrt und dort angeschrien und geschlagen. Susann S. nahm ihm das Handy und die EC-Karte nebst PIN ab und forderte ihn auf, eine Vollmacht zu unterzeichnen, um Zugriff auf sein Konto zu haben. Bei einem Zwischenstopp, so die Anklage, trat sie auf ihn ein, zerkratzte ihm mit einem Messer die Haut am Nacken und den Oberarmen und stach ihm dann in den Oberschenkel. In einem Waldstück nahe des Heidefriedhofes wurde Florian K. aus dem Wagen gestoßen, Susann S. stach ihm noch einmal mit dem Messer ins Bein, dann wurde der hilflose Mann einfach liegengelassen. Spaziergänger fanden ihn und informierten die Rettungskräfte.

Wegen besonders schwerem Raub, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Aussetzung muss sich die 23-Jährige derzeit vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Mit ihr auf der Anklagebank sitzt Doreen U., die Florian K. mit in das Auto gezerrt und Susann S. bei dem Diebstahl der Geldkarte unterstützt haben soll. An den anderen Attacken hat sie sich nicht beteiligt, aber auch nichts unternommen, um sie zu verhindern – genau wie die beiden Freunde der „Ladys“, die mit ihm Auto waren. Auch sie haben sich an den körperlichen Übergriffen nicht beteiligt – der eine fuhr den Wagen, der andere saß daneben. Gegen die Männer wird gesondert verhandelt wird. Sie wären nur aus Angst vor Susann S. dabei gewesen, hatten sie bei ihrem Prozess erklärt.

Die beiden Damen taten sich mit ihren Erklärungen sehr schwer, vor allem Susann S. hatte erhebliche Gedächtnislücken. „Es kann sein, dass ich das getan habe, aber ich kann mich nicht erinnern. Ich bin erst wieder im Wald klar geworden. Es tut mir leid.“ Ein richtiges Motiv für die Aktion war auch nicht zu erkennen. Sie habe unter Drogen gestanden, Florian K. habe Handys gestohlen und sie sei sauer gewesen, weil man ihr kurz vorher auch ihr zweites Kind weggenommen habe, argumentierte Susann S. „Das hat mich aggressiv gemacht.“ Die Geschädigten konnten nicht befragt werden, beide waren zur Verhandlung nicht erschienen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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