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Die Weniger-ist-mehr-Strategie: Polizei versucht, mit weniger Personal mehr Einsatzbereitschaft zu suggerieren

Die Weniger-ist-mehr-Strategie: Polizei versucht, mit weniger Personal mehr Einsatzbereitschaft zu suggerieren

Rund 150 Polizisten haben sich aus der Neustadt verabschiedet, drei sind geblieben. Das Polizeirevier Nord ist Mitte Oktober aus dem Zentrum des Viertels an die Stauffenbergallee verlegt worden.

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Wenn es Nacht wird in der Neustadt, dann war zuletzt vor allem die Region oberhalb der Alaunstraße am Bischofsplatz ein gefährliches Gebiet.

Quelle: Ralf Hirschberger, dpa

Übrig geblieben sind drei Beamte, die als Bürgerpolizisten für die Innere Neustadt, die Äußere Neustadt sowie die Leipziger Vorstadt und die Albertstadt zuständig sind. Sie sollen - zumeist zu Fuß - unterwegs sein und Präsenz zeigen. Denn das ist wichtig für das so genannte subjektive Sicherheitsgefühl, die gefühlte Sicherheit.

Jeweils donnerstags sitzt einer der Beamten ab sofort im Ortsamt Neustadt, das übrigens auch nicht eben im Zentrum des Viertels residiert. Dort, an der Hoyerswerdaer Straße, quasi einen Steinwurf entfernt von der Grenze zur Altstadt, soll der Bürgerpolizist dann Fragen beantworten, Ansprechpartner vermitteln und bei Bedarf auch Anzeigen aufnehmen. Die Bürgerpolizisten seien die richtige Adresse etwa beim Streit zwischen Nachbarn oder wenn es um illegale Müllhaufen geht, sagten gestern Polizeirat Thomas Wurche, der Chef des Polizeireviers Nord, und Ortsamtsleiter André Barth.

Autodiebstahl, Einbrüche, Körperverletzung, Raub - dieser alltägliche Wahnsinn bleibt aber auch künftig Sache der Beamten im Revier selbst. Und dafür gibt es auch weiterhin die Rufnummer 110, betonte der Revierchef. Dorthin können sich Neustädter, Loschwitzer, Klotzscher, Langebrücker, Weixdorfer und Bewohner des Hochlands auch künftig wenden, wenn sie von Kriminellen behelligt worden sind.

Das Revier ist für den gesamten Dresdner Norden zuständig. Fünf weitere Bürgerpolizisten arbeiten in Langebrück, Weixdorf und Klotzsche sowie für Schönfeld-Weißig und Loschwitz. Auch sie zeigen Präsenz und sollen so das Gefühl vermitteln, dass das Auge des Gesetzes stets wachsam ist.

Doch das wird immer schwerer. Schon vor zwei Jahren kritisierte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) diesen Dienst. Die Bürgerpolizisten seien kaum in der Lage, dem Sicherheitsbedürfnis der Leute zu entsprechen, sagte damals GDP-Chef Hagen Husgen.

In der Neustadt kommt nun ein weiteres Problem hinzu: Früher starteten sämtliche Streifenfahrten der Dienststelle am Revier zwischen Bautzner Straße und Böhmischer Straße. Wohin auch immer die Beamten gerufen wurden - sie fuhren dafür zwei Mal durch die Äußere Neustadt, waren allein dadurch schon präsent im Viertel. Sechs Einsatzwagen gehören zum Revier, auch ohne Sonderaufträge fuhren die im Schnitt pro Tag zwölf Mal durch die Äußere Neustadt. Dazu kam noch der Arbeitsweg, auf dem die Beamten ebenfalls verpflichtet sind, einzugreifen, entdecken sie eine Straftat. All das fehlt nun in dem Viertel zwischen Königsbrücker und Prießnitzstraße, "Bautzner" und Stauffenbergallee. In dem Stadtteil, den Polizeisprecher Marko Laske als den Arbeitsschwerpunkt des Reviers schlechthin bezeichnet. Darunter leidet nicht nur die gefühlte Sicherheit.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.11.2013

Christoph Springer

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