Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Demo gegen Abschiebung in Dresden – Polizei prüft Ermittlung gegen Protestierende

Demo gegen Abschiebung in Dresden – Polizei prüft Ermittlung gegen Protestierende

Nach dem Protest von mehr als 100 Menschen am Dienstagabend am Dresdner Hauptbahnhof gegen die Abschiebung einer jungen Frau nach Serbien prüft die Polizei nun, ob ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorliegt.

Voriger Artikel
Polizei Dresden findet 139 Kügelchen Heroin bei 21-Jährigem
Nächster Artikel
52-Jährige bei Unfall in Dresden-Lockwitz schwer verletzt

Nach den Protesten gegen eine Abschiebung am Dresdner Hauptbahnhof prüft die Polizei jetzt weitere Ermittlungen.

Quelle: Stephan Lohse

Wie DNN-Online berichtet hatte, demonstrierten am Abend auf der Bayrischen Straße zahlreiche Personen gegen die Ausweisung der jungen Frau und die deutsche Asylpolitik. Die Polizei sprach am Mittwoch von rund 150 Teilnehmern.

phpa4ac41e7bb201205082159.jpg

Die Polizei räumte die Straße jedoch rigoros. 21 Uhr bog der Bus in Richtung Autobahn ab.

Zur Bildergalerie

Vor Ort hatte sich allerdings niemand als Versammlungsleiter erklärt, weswegen die Polizei nun den Vorfall genauer prüft. Die vor Ort Anwesenden hatten versucht, den serbischen Reisebus an der Abfahrt zu hindern. Dabei versuchten sie zunächst, die Bustür zu blockieren. Anschließend besetzten sie kurzzeitig die Straße, wurden von der teilweise rabiat vorgehenden Polizei jedoch abgedrängt. Das Dresdner „Netzwerk Asyl Migration Flucht“ sprach von „völlig überzogener Brutalität“ der Beamten.

Die Ordnungshüter meldeten sieben Identitätsfeststellungen. Nach Aussagen von Demo-Teilnehmern gab es zudem mindestens einen Platzverweis, mehrere Protestierende seien leicht verletzt worden.

Die aus dem serbischen Niš stammende Frau war gemeinsam mit ihrer Tochter in Dresden in den Richtung Serbien fahrenden Bus gestiegen. Nach Aussage von Ali Moradi, dem Geschäftsführer des Sächsischen Flüchtlingsrates, gehe die Frau nun freiwillig, nachdem ihr Asylantrag zum zweiten Mal abgelehnt wurde. Sie habe in Deutschland keine Chance erhalten.

Nach Aussagen von Demo-Teilnehmern sei die Freiwilligkeit aber nur erzwungen. Nach nicht bestätigten Aussagen soll ihr Bruder kurz zuvor per Polizeieinsatz aus der Wohnung geholt worden sein. Sie sprachen von Einschüchterung und Druck, der auf die nur wenig deutsch sprechende und verängstigt wirkende Frau ausgeübt worden sei. Laut dem „Netzwerk Asyl, Migration, Flucht“ müsse sie zudem die Kosten für die Busreise tragen, weswegen vor Ort Geld gesammelt wurde. Die Betroffene selbst wollte sich am Mittwochabend nicht äußern.

sl

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Dresden
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Dresdner Ordnungsamt. mehr

Die Polizei gibt Tipps, wie sich Mieter und Hausbesitzer besser gegen Einbrecher wappnen können.mehr