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Chemieunfall an der TU Dresden: 100 Menschen im Krankenhaus, Campus evakuiert

Chemieunfall an der TU Dresden: 100 Menschen im Krankenhaus, Campus evakuiert

Auf dem Gelände der Technischen Universität Dresden hat sich am frühen Donnerstagabend ein Chemieunfall ereignet. Dabei soll ein hochgiftiges Gas ausgetreten sein.

Rettungskräfte brachten gut 100 Menschen ins Krankenhaus. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste waren im Großeinsatz. Das Campusgebäude wurde evakuiert.

Drei der Verletzten hätten stärkere Symptome, sagte ein Feuerwehrsprecher. Sie seien sofort mit dem Rettungswagen in die Klinik gebracht worden. Alle übrigen zeigten wenig bis gar keine Vergiftungserscheinungen. Sie seien aber trotzdem mit Sammeltransporten zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei löste Havariealarm aus. "Alle verfügbaren Retter der Landeshauptstadt waren im Einsatz", sagte ein Sprecher.

Unfall passierte in Erstsemster-Veranstaltung

Polizeiangaben zufolge ereignete sich der Chemieunfall gegen 17.10 Uhr. Dabei soll im neuen Chemie-Institut an der Bergstraße während eines Laborpraktikums des ersten Semesters der Fachrichtung Chemie die hochgiftige Arsen-Wasserstoff-Verbindung Arsin ausgetreten sein. Diese wird unter anderem in der Halbleiterindustrie, aber auch im Zusammenhang mit chemischen Waffen verwendet. Es handelt sich um ein farbloses Gas mit leichtem Knoblauchgeruch, das Nieren und innere Organe angreift und zum Organversagten führen kann.

Nach Auskunft von TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen war einer Studentin plötzlich schlecht geworden, nachdem sie einen knoblauchartigen Geruch wahrgenommen hatte. Dieser Geruch wie auch die Symptome wie Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen sind typisch für das betreffende Gas.

TU-Rektor: "Gasmenge im Seminar

üblicherweise äußert gering"

Daraufhin wurden zunächst der Hörsaal und anschließend das gesamte Gebäude evakuiert und die Menschen in das benachbarte Hörsaalzentrum verbracht. Aus Sicherheitsgründen wurden die 65 Studenten aus dem Seminar zunächst in einen gesonderten Raum gebracht. Rektor Müller-Steinhagen erklärte, dass die Gasmenge, mit der in dem Seminar operiert werde, üblicherweise äußert gering sei und unterhalb des Gefährdungspotenzials liege.

Die Bergstraße musste im Zuge der Rettungsarbeiten in stadtauswärtiger Richtung voll gesperrt werden. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) setzten Busse zur Evakuierung ein.

Labor versiegelt - Kripo ermittelt

Zu den Ursachen des Unfalls liegen bislang noch keine Erkenntnisse vor. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Auch Sachverständige und Experten der TU Dresden würden dabei hinzu gezogen, so die Beamten. Bislang gebe es jedoch keine Hinweise, dass tatsächlich ein giftiges Gas entstanden oder ausgetreten sei, hieß es.

Das betroffene Labor wurde von der Polizei versiegelt. Es soll am Freitag "bis in die letzte Ecke untersucht" werden, sagte ein Sprecher.

Jane Jannke/nöß/dpa

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