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Busunglück in Dresden mit elf Todesopfern: Warum die Leitplanke nicht gehalten hat

Busunglück in Dresden mit elf Todesopfern: Warum die Leitplanke nicht gehalten hat

Dass der [link:700-NR_DNN_80662-1] die zwei Leitplanken durchbrechen konnte, die die Fahrbahnseiten der A4 zwischen den Anschlussstellen Dresden-Neustadt und Dresden-Altstadt trennen, ist aus Sicht von Volker Goergen von der „Gütegemeinschaft Stahlschutzplanken“ aus Siegen (Nordrhein-Westfalen) keine Überraschung.

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Der Bus durchbrach die Leitplanken der Autobahn.

Quelle: dpa

„Wenn man sich diesen Unfall anguckt, dann wäre der Bus auch durch ein H2-System durchmarschiert“, ist Goergen überzeugt.

Die Planken in Dresden, die der älteren, aber rechtlich und technisch einwandfreien H1-Norm entsprechen, seien geeignet, bis zu zehn Tonnen schwere Fahrzeuge abzufangen. Der beladene polnische Doppeldeckerbus sei wenigstens 30 Tonnen schwer gewesen, schätzt Goergen. Viel zu schwer auch für das bessere H2-System, das 13-Tonnen-Fahrzeugen gewachsen ist. Die Gütegemeinschaft aus Siegen, die nach eigenen Angaben mehr als 70 Unternehmen der Stahlschutzplanken-Industrie vertritt, empfiehlt deshalb eine neue und stärkere Plankenbauform, die bereits auf Teilen der A8 in Süddeutschland eingesetzt wird. Sie hat bei einem Test sogar einem 40-Tonnen-Laster standgehalten, der im Winkel von 40 Grad mit 105 Stundenkilometern dagegen fuhr.

Das sächsische Verkehrsministerium teilte gestern mit, alle Leit- und Schutzeinrichtungen an den sächsischen Autobahnen entsprächen den geltenden technischen Regelwerken. Dem widersprach auch Goergen nicht. „Den Verwaltungen kann man keinen Vorwurf machen“, so der Leitplanken-Fachmann, das H1-System habe „so etwas wie Bestandsschutz“ auf diesem Autobahnstück. Auch bei einer Reparatur des Unfallschadens werde es wieder verwendet. „Die Versicherung wird kein anderes bezahlen“, ist er überzeugt. Sollte die Autobahn an dieser Stelle aber einmal erneuert werden, dann müsse ein besseres System installiert werden, stellt Lobbyist Goergen fest.

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Trümmer auf der A4 bei Dresden-Neustadt. Foto: Rico Loeb

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Spurensicherung und Zeugenbefragung

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Ein schweres Busunglück auf der A4 bei Dresden hat in der Nacht zum Samstag mindestens neun Tote gefordert. Ein polnischer Reisebus hatte kurz vor 2 Uhr die Mittelleitplanke durchbrochen und auf der Gegenfahrbahn einen Kleinbus erfasst.

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Im Moment konzentrieren sich die Ermittler auf die Auswertung von Spuren an den Wracks und Zeugenaussagen. Parallel laufen die Ermittlungen gegen den Fahrer des polnischen Reisebusses weiter, der Samstagnacht auf einen Reisebus aus der Ukraine aufgefahren war. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 44-Jährige übermüdet am Steuer saß. Einen Haftbefehlsantrag wegen Fluchtgefahr hatte das Amtsgericht abgewiesen. Er war nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht und polizeilich überwacht worden. Angaben über den aktuellen Aufenthaltsort machen die Behörden nicht.

Die Zahl der Todesopfer stieg nach Angaben der Behörden auf elf, nachdem am Montag auch der letzte der neun Insassen des Kleinbusses gestorben war.

Christoph Springer/dpa

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