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Bundespolizei Dresden meldet „ziemlich extreme Steigerung“ von Fallzahlen

Alarm im Bahnhof Bundespolizei Dresden meldet „ziemlich extreme Steigerung“ von Fallzahlen

Mehr als 3100 Menschen mit Migrationshintergrund hat die Bundespolizei in Dresden im zweiten Halbjahr 2015 aufgegriffen. Um sie alle betreuen zu können, haben die Beamten in ihrer Dienststelle umgeräumt.

Waffen wie ein Softair-Schnellffeuergewehr hat die Bundespolizei 2015 kassiert.
 

Quelle: Christoph Springer

Dresden.  Die Zahl der Menschen, die die Bundespolizei in Dresden ohne gültige Papiere angetroffen hat, ist in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres rasant gestiegen. Sie kletterte von 440 im ersten Halbjahr auf 3150 in der Zeit von August bis Dezember 2015. Diese Bilanz zog Polizeioberrat Jörg Scheeser, der Chef der Bundespolizeiinspektion Dresden an der Schweizer Straße. Gemeinsam mit seinen reichlich 370 Kollegen, die für die drei Dienststellen im Hauptbahnhof, im Bahnhof Dresden-Neustadt und im Flughafen zuständig sind, sah sich Scheeser im vergangenen Jahr einer neuen Herausforderung gegenüber. Bis zu 70 Asylbewerber haben die Beamten im vergangenen Jahr an einem einzigen Tag aufgegriffen. Eigentlich viel zu viele für die Inspektion mit ihrem Dienstsitz in einem Bürobau nahe der Budapester Straße. Dennoch mussten die Beamten damit klarkommen. Sie haben ihren Beratungsraum umgeräumt, große Holzklapptische und -bänke aufgebaut, Hinweisschilder an die Toilettentüren gehängt und so eine annehmbare Flüchtlingsbetreuung gewährleistet. Dazu hat die Dienststelle ein zweites Gerät angeschafft, mit dem Fingerabdrücke genommen und Personenakten für die potenziellen neuen Bundesbürger angelegt werden können. So funktioniert die Bearbeitung schneller, inzwischen konnte die Inspektion in dieser Hinsicht wieder auf „Normalbetrieb“ umschalten.

Polizeioberrat Jörg Scheeser

Polizeioberrat Jörg Scheeser

Quelle: Christoph Springer

Die Beamten sind dem Bundesinnenministerium unterstellt. Sie bewachen Bahnhöfe, Bahnstrecken und Grenzübergänge. Scheeser und seine Kollegen sind deshalb am Flughafen im Einsatz, empfangen Fußballfans in der Landeshauptstadt und sind immer dann gefragt, wenn herrenlose Gepäckstücke in den Bahnhöfen gefunden werden. Wie am Donnerstagmorgen als ein Reisender zwei Hartschalenkoffer in der DB-Lounge des Hauptbahnhofs abstellte und verschwand. Der Mann ging Shoppen, den Aufenthaltsraum hat er als Gepäckaufbewahrung missverstanden. Noch bevor die Sprengstoffspürhunde der Bundespolizei zum Schnüffeln eintrafen, tauchte er wieder auf, die Kollegen von Scheeser konnten Entwarnung geben.

Beschlagnahmte gefälschte Pässe

Beschlagnahmte gefälschte Pässe.

Quelle: Christoph Springer

Bei ihren Personenkontrollen haben die Beamten im vergangenen Jahr 208 Menschen erwischt, nach denen bereits gesucht wurde. „Fahndungstreffer“ heißt das in der Polizeisprache. 286 solche Treffer landeten sie 2014. Die Zahl der Sachbeschädigungen durch Graffiti ist im Dienstgebiet der Dresdner Bundespolizei zurückgegangen. Scheeser räumte aber ein, dies sei Folge einer neuen Strategie, bei der nur solche Schmierereien auch als Sachbeschädigungen behandelt werden, die man ohne lange zu suchen entdeckt. Muss man dafür „um einen Stromkasten drumrumkriechen“, dann wird keine Anzeige geschrieben, erklärte der Inspektionsleiter seine Taktik, die dazu führen soll, dass Beamten mehr Zeit bleibt für wichtigere Aufgaben.

Dazu gehört etwa der Kampf gegen Diebe. 271 Eigentumsdelikte zählte die Bundespolizei Dresden im vierten Quartal 2014. 330 waren es im vergangenen Jahr. Dass die Zahl der Laden- und Taschendiebe aus dem Ausland rasant gestiegen ist, kann Polizeioberrat Scheeser nicht bestätigen. 62,7 Prozent der Täter waren im vergangenen Jahr Deutsche, 9,7 Prozent stammten aus Marokko und 6,7 Prozent aus Tschechien.

Alles in allem hat die Bundespolizeiinspektion Dresden 2015 fast 9760 Straftaten registriert. Im Jahr zuvor waren es 7470. Der deutliche Anstieg ist auf die „ziemlich extreme Streigerung“ der Zahl illegal eingereister Menschen zurückzuführen, sagte Jörg Scheeser.

Von Christoph Springer

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