Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
Brandmelder spielen verrückt – Dresdens Feuerwehr genervt vom falschen Alarm

Brandmelder spielen verrückt – Dresdens Feuerwehr genervt vom falschen Alarm

Wenn in der Landeshauptstadt automatische Brandmeldeanlagen Alarm geben, dann bedeutet das für die Dresdner Feuerwehr neun mal Stress umsonst und nur einen echten Brandeinsatz.

Voriger Artikel
Mann entblößte sich in Dresden vor Neunjähriger – Polizei sucht Zeugen
Nächster Artikel
Autoeinbrecher auf frischer Tat in Dresden-Gorbitz gestellt
Quelle: Daniel Remler

So jedenfalls schätzen die Brandschützer ihren Alltag ein. Genaue Zahlen darüber, wie oft die Löschkräfte von den Anlagen alarmiert wurden, können sie nicht vorlegen. 658 Mal konnten sie jedenfalls im vergangenen Jahr unverrichteter Dinge wieder abziehen. Im ersten Halbjahr 2014 registrierte die Feuerwehrleitstelle 332 Fehlalarme.

„Vielleicht stumpft man auch ab“, meint Frank Aubrecht, Sprecher der Berufsfeuerwehr, angesichts der Fehlalarme. „Da richten sich die Kollegen auf einen Brand ein, und dann ist nichts“, erklärt er seine Mutmaßungen. Stress bedeute aber zunächst jeder Einsatz, „am Anfang weiß man ja noch nicht, was wirklich passiert ist“. 843 Mal hatte es die Dresdner Feuerwehr im vergangenen Jahr wirklich mit Feuer zu tun.

„Die Zahl der Fehlalarme steigt mit der stetigen Aufschaltung von weiteren Brandmeldeanlagen“, sagt Aubrecht. Laut Feuerwehrstatistik geben solche Anlagen in Dresden im Schnitt binnen 24 Stunden zwei bis drei Mal falschen Alarm. Besonders häufig handelt es sich um Bauarbeiten, bei denen viel Staub aufgewirbelt wurde, oder um Reinigungsarbeiten. Oft schlagen die Brandmelder auch an, weil sich beim Kochen oder Duschen viel Wasserdampf ausgebreitet hat. Und häufig müssen die Feuerwehrmänner vor Ort auch feststellen, dass die Brandmeldeanlage gewartet wird und die damit beauftragte Firma vergessen hat, sie zuvor auszuschalten.

In der Leitstelle der Feuerwehr in Übigau gehen zahlreiche Falschmeldungen aus großen Einrichtungen ein, die mit vielen Brandmeldern ausgestattet sind. Dazu gehören zum Beispiel das Uniklinikum, der Elbepark in Kaditz-Mickten und die Technische Universität.

Fehlalarme, die durch falsches Verhalten verursacht wurden, können schnell zu einem teuren „Vergnügen“ werden. Denn dann muss der Verursacher den Feuerwehreinsatz bezahlen. Bereits reichlich 400 Euro werden fällig, wenn nur ein Löschzug anrückt, der aus einem Kommandowagen, Hilfeleistungs-Löschfahrzeugen, dem sogenannten Vorauslöschfahrzeug und einem Lkw mit Drehleiter besteht. 16 Brandschützer rücken in der Regel mit einem solchen Löschzug aus.

Christoph Springer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Dresden
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Dresdner Ordnungsamt. mehr

Die Polizei gibt Tipps, wie sich Mieter und Hausbesitzer besser gegen Einbrecher wappnen können.mehr