Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Blindgänger bleiben gefährlich

Blindgänger bleiben gefährlich

In der Dresdner Sprengschule am Plauenschen Grund werden unter anderem Bombensucher ausgebildet. Die Fachleute der Schule stehen aber auch als Experten bei der Kampfmittelsuche zur Verfügung.

Voriger Artikel
Zweite Fliegerbombe in Dresden ist erfolgreich entschärft
Nächster Artikel
Ampel am Albertplatz in Dresden erschlägt 53-jährige Frau

Günter Fricke

Quelle: weiß cs

Einer der zwei Geschäftsführer des Unternehmens ist Günter Fricke. DNN-Redakteur Christoph Springer hat mit ihm darüber gesprochen, wie die Kampfmittelsuche funktioniert.

Frage: Wie wird nach Kampfmitteln im Erdreich gesucht?

Günter Fricke: In der Regel wird im Vorfeld von Baumaßnahmen, aber auch auf anderen Verdachtsflächen nach Kampfmitteln gesucht. Je nachdem, in welcher Tiefe man Funde vermutet, werden Flachsonden oder normale Metallsuchgeräte verwendet, mit denen man die Flächen systematisch absucht. Um sehr tief liegende Munitionskörper zu finden oder in Bereichen zu suchen, die noch anderweitig belastet sind, etwa durch Kabel oder Schienen, werden vier bis sechs Meter tiefe Löcher gebohrt. Dann werden Sonden in die Löcher eingeführt, um nach magnetischen Anomalien zu suchen.

Wie sicher sind die Suchmethoden?

Der Stand der Technik ist gut, aber solch eine Suche birgt immer auch Gefahren. Die Technik kann nicht funktionieren, die Bodenverhältnisse sind unterschiedlich, ein Metallgegenstand gibt nicht das Signal, das theoretisch kommen müsste. Manchmal wurden Gruben mit Bauschutt oder Trümmern aufgefüllt. Wenn diese Schicht sehr dick ist, vielleicht sechs Meter, ist es unmöglich oder schwer, da etwas zu finden.

Ist die Absuche Pflicht?

Grundsätzlich ist für alles, was passiert, der Bauherr verantwortlich. Wenn es sich um eine Fläche handelt, die mit Kampfmitteln belastet ist, sollte das auf jeden Fall getan werden.

Wie kann es sein, dass innerhalb einer so eng begrenzten Fläche zwei solche Bomben unentdeckt blieben?

Da gibts sicherlich tausend mögliche Gründe. Vielleicht wurde das Gelände schon mal abgesucht und dabei gab es kein Signal und deshalb wurde dabei keine Bombe gefunden.

Muss man in Dresden davon ausgehen, dass noch viele Bomben im Boden liegen?

Um das mit Gewissheit sagen zu können, muss man wissen, wie viele der abgeworfenen Bomben nicht detoniert sind. Es gibt zwar Beladepläne der Flugzeuge, aber keine weitere Statistik. Mit modernen Methoden der Luftbildauswertung kann man Abwurfflächen untersuchen, aber in einer Trümmerwüste sieht man die Einschläge nicht.

Nimmt die Gefährlichkeit von Blindgängern mit der Zeit ab?

Die Sprengstoffe solcher Bomben sind über Jahrzehnte chemisch und physikalisch stabil, ihre Sprengkraft nimmt nicht ab. Und der Federstahl, der für die Zündsysteme verwendet wurde, war akkurat, die Federn funktionieren bis heute. Also bleiben die Blindgänger gefährlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.12.2013

Springer, Christoph

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Dresden
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Dresdner Ordnungsamt. mehr

Die Polizei gibt Tipps, wie sich Mieter und Hausbesitzer besser gegen Einbrecher wappnen können.mehr