Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Bewährungsstrafte für versuchte sexuelle Nötigung in Dresden-Neustadt

Im Bällebad Bewährungsstrafte für versuchte sexuelle Nötigung in Dresden-Neustadt

Sieben Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung: So urteilte das Gericht über einen Fall von versuchter sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung, der sich am 28. November vergangenen Jahres auf einer Hausparty in der Dresdner Neustadt zugetragen hatte.

Voriger Artikel
50-jähriger Dresdner wird bei Schlägerei schwer verletzt
Nächster Artikel
Polizei durchsucht 15 Hooligan-Wohnungen

Das Gericht verurteilte ihn nach Jugendstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Quelle: dpa

Dresden. Der jungen Frau fällt es offensichtlich noch heute schwer, über den Vorfall am frühen Morgen des 28. November vergangenen Jahres zu sprechen. Sie war damals mit circa 200 anderen Leuten Gast auf einer Hausparty auf der Jordanstraße in der Dresdner Neustadt. Auf mehreren Etagen wurde die ganze Nacht bis zum Morgen gefeiert, gequatscht, getanzt und auch reichlich getrunken. Auch die 26-Jährige war beschwipst und war in einem „Bällebad“ – einem kleinen, mit vielen Bällen gefüllten Raum – eingeschlafen. Sie wurde wach, als sie einen Mann über sich spürte, der ihr in die Jeans griff und versuchte, ihr diese auszuziehen. Als sie sich wehrte, drohte er ihr  auf englisch, dass sie sterben würde und schlug dann mehrmals mit der Faust auf sie ein. Erst als andere Personen den Raum betraten, ließ der Mann von ihr ab.

Die junge Frau erlitt einen Nervenzusammenbruch und wurde mit einer Nasenbeinfraktur und Hämatomen am Kopf in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter wurde von Partygästen festgehalten, bis die Polizei eintraf. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung und versuchter sexueller Nötigung musste sich Abdirahman M. gestern vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

„Ich habe keine Erinnerung an die Sache, ich war total betrunken. Erst in der Haft bin ich zu mir gekommen“, erklärte der Angeklagte. Er sei im Mai 2015 von Somalia nach Dresden gekommen, seitdem trinke er regelmäßig – oder wahlweise nur am Wochenende oder an Feiertagen, dann aber bis zum Gedächtnisverlust, erzählte er. Weil er an jenem Abend schon vor der Party auf der Jordanstraße so besoffen gewesen sei, habe ihn das Sicherheitspersonal auch aus der Disco „GrooveStation“ geworfen. Das stimmt, er war da rausgeflogen, aber nicht wegen zuviel Alkohol, sondern weil sich Mädchen beschwerten, die er sexuell belästigt und ihnen in den Schritt gefasst hatte.

Angetrunken mag der junge Mann gewesen sein, aber das, was der 20-Jährige innerhalb weniger Stunden alles getrunken haben will, gehört ins Reich der Fabeln – eine Flasche Wodka, mehrere Gin und zwölf Flaschen Bier. Da würde mehr rauskommen als die gemessenen zwei Promille. Zudem waren keinem der Partygäste totale Ausfallerscheinungen an ihm aufgefallen. Den 20-Jährigen kannte auch keiner, er hatte sich zu der Party einfach selbst eingeladen.

Nachdem die üble Attacke aufgeflogen war, wiegelt der Angeklagte zunächst ab. „Das war doch alles gar nicht so schlimm.“ Dann drehte er den Spieß um. Er stellte sich selbst als Opfer dar und behauptete, er sei von der Frau geschlagen worden und sie habe ihm das Gesicht zerkratzt, sagten die Partygäste aus. Wunden hat keiner gesehen. Als „dreist“ beschrieb ihn eine Zeugin, das trifft es. Selbst am Dienstag, als die 26-Jährige von ihrem Schock nach der Tat und ihren späteren Problemen, im Dunkeln rauszugehen, erzählte, amüsierte er sich wie Bolle auf der Anklagebank. Abdirahman M. mag ein Alkoholproblem haben, aber er hat zuallererst ein Problem mit seiner Grundeinstellung zu Frauen. Motto: Denen gegenüber darf „Mann“ sich so benehmen, sind halt nur Frauen. Falsch gedacht. Das Gericht verurteilte ihn nach Jugendstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem wurde er einem Bewährungshelfer unterstellt.

Monika Löffler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Dresden
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Dresdner Ordnungsamt. mehr

Die Polizei gibt Tipps, wie sich Mieter und Hausbesitzer besser gegen Einbrecher wappnen können.mehr