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Bewährung für rechtsgerichtete Schläger

Überfälle auf Jugendliche und ein Asylheim Bewährung für rechtsgerichtete Schläger

Robert S., Dominik P., Benjamin R. und Marcel W. standen wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Sie hatten gemeinsam mit circa 15 anderen zum Teil vermummten Angreifern am 13. Juni 2015 im Alaunpark sechs Jugendliche brutal zusammengeschlagen und getreten – einfach aus Spaß am Prügeln.

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Bewährung für rechtsgerichtete Schläger
 

Quelle: dpa

Dresden.  „Die Verteidigung der Rechtsordnung gilt nicht im Jugendstrafrecht, auch nicht die Statuierung eines Exempels. Jugendstrafrecht ist ein Erziehungsstrafrecht“, erklärte Richterin Susanne Halt, die deutliche Worte für die miesen Aktionen der Angeklagten fand. Die hatten Glück, dass sie zur Tatzeit Jugendliche oder Heranwachsende waren, sonst wäre das Urteil wohl anders ausgefallen. Robert S., Dominik P., Benjamin R. und Marcel W. standen wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Sie hatten gemeinsam mit circa 15 anderen zum Teil vermummten Angreifern am 13. Juni 2015 im Alaunpark sechs Jugendliche brutal zusammengeschlagen und getreten – einfach aus Spaß am Prügeln. Robert S. und Dominik P. raubten einem Opfer noch sein Handy und den Rucksack. Bei dem Angriff waren wahre „Helden“ am Start. Brillenträgern wurden zuerst die Brillen runter geschlagen, damit die wirklich nichts mehr sehen konnten. Ein Angeklagter faselte etwas von „Ehrenkodex“. Ach nee! Wenn zwei Leute einen 17-Jährigen am Boden festhalten und dem ein Dritter ins Gesicht tritt, ist das nicht ehrenhaft, sondern feige. Nach der Attacke flüchteten die Täter, prahlten aber in einer Straßenbahn mit ihren „Taten“. Ein Fahrgast hörte genau hin und ging zur Polizei.

Robert S. und Dominik P. waren zudem an dem Überfall auf das Asylheim an der Podemusstraße beteiligt. Eine Gruppe Vermummter hatte im August Steine und Pyrotechnik auf das Gebäude geworfen. Dabei zerbrachen Scheiben – ein Knallkörper flog durch ein Fenster und explodierte auf dem Fensterbrett. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die beiden sitzen seit einem halben Jahr in U-Haft. Aus ihrer rechten Gesinnung machten sie keinen Hehl, wollen jetzt aber aus der „Freien Kameradschaft“ austreten.

Marcel W., der mit im Alaunpark war, aber nicht geprügelt hatte, wurde freigesprochen, die anderen zu Bewährungsstrafen verurteilt. Benjamin R. erhielt sechs Monate und Robert S. und Dominik P. jeweils eineinhalb Jahre. Beide müssen ein Aggressionskontrolltraining absolvieren und 200 soziale Arbeitsstunden leisten. „Halten Sie sich an die Auflagen und keine weiteren Straftaten. Wenn’s nicht läuft , geht es ab“, machte ihnen Halt klar.

Von ml

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