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Betrüger erbeuten Millionen für Luxusgüter und Terrororganisationen

53 Fälle in Deutschland, 12 in Sachsen Betrüger erbeuten Millionen für Luxusgüter und Terrororganisationen

Die Dresdner Polizei hat vier Mitglieder einer Bande festnehmen können, die zahlreiche Menschen um hohe Geldsummen gebracht hat. Wie die Beamten mitteilten, werden der Gruppe allein für das Jahr 2015 rund 50 Fälle vorgeworfen, in denen sie rund 15 bis 18 Millionen Euro Schaden verursacht haben sollen.

Die Dresdner Polizei hat vier Mitglieder einer Bande festnehmen können, die zahlreiche Menschen um hohe Geldsummen gebracht hat.

Quelle: sl

Dresden/Radebeul. Trickbetrüger, die aus der Türkei heraus agieren, haben Bundesbürgern im vergangenen Jahr zwischen 15 und 18 Millionen Euro abgenommen. Wie die Polizei in Dresden mitteilte, gab es bis Januar dieses Jahres 53 Fälle. Zwölf davon betreffen Sachsen, zwei konnte die Dresdner Polizei verhindern. Mehr als 600 000 Euro haben die Betrüger allein in Hessen erbeutet. In Sachsen nahmen sie einer Radebeulerin 200 000 Euro und Goldbarren ab, die dieselbe Summe wert waren.

Vier Mitglieder der Bande sitzen jetzt hinter Gittern. Sie wurden in mehreren Anläufen im April festgenommen. Unter ihnen waren auch die Täter, die das Geld und die Goldbarren der Radebeulerin in Empfang genommen hatten.

Die Täter sind der Polizei zufolge ausschließlich auf Geld, Gold und Schmuck aus. Sie melden  sich per Telefon, geben sich als Polizisten aus und berichten von Gefahren für das Vermögen ihrer Opfer. Dabei nutzen sie ein Internetprogramm, mit dem sie Stimmen manipulieren, Geräusche einspielen und Anrufertelefonnummern übermitteln können, die echten Polizei-Telefonnummern entsprechen.

Über längere Zeit, zwischen zwei und sechs Wochen lang, halten sie so Kontakt zu ihren Opfern, erlangen deren Vertrauen und bringen sie schließlich so weit, dass die echte Polizei kaum noch die Chance hat, auf die potenziellen Betrogenen einzuwirken. „Mit einer Frau habe ich mal 45 Minuten lang am Stück gesprochen, ich hatte keine Chance. Sie  war für mich nicht zu erreichen und berief sich dabei auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht“, berichtet der Dresdner Ermittler Dirk Schmidtke von seinen vergeblichen Versuchen.

Die Täter überzeugen ihre Opfer davon, dass ihr Geld und ihre Wertsachen weder bei der Bank noch in irgendeinem Safe sicher sind und bieten die Verwahrung an. Die Opfer gehen darauf ein und übergeben ihr Erspartes schließlich den Tätern im guten Glauben, es handele sich tatsächlich um Polizisten, denen sie vertrauen können. Schmidtke zufolge sind unter anderem in Dresden Betrugsopfer sogar missbraucht worden, um Geld bei anderen Opfern abzuholen und an einen „Finanzmakler“ weiterzuleiten.

In Sachsen sind der Polizei bislang zwölf solcher Fälle bekannt. Dabei haben die Täter zwischen 5600 und 400 000 Euro erbeutet. „80 Prozent der Opfer sind vorher schon einmal auf falsche Gewinnversprechen reingefallen“, umreißt Schmidtke die Zielpersonen der Verbrecher. Das Geld werde für Luxusgüter ausgegeben, aber nachweislich auch für die Finanzierung der  verbotenen Arbeiterpartei  Kurdistans (PKK) und sogar der Terrororganisation  „Islamischer Staat“ (ISIS) genutzt.

DNN

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