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Besprinkelte Bahnhofsmieter - Händler im Hauptbahnhof beklagen Sachschäden

Besprinkelte Bahnhofsmieter - Händler im Hauptbahnhof beklagen Sachschäden

Wasser stand in den vergangenen Jahren öfter im Hauptbahnhof, als es den Verantwortlichen der Deutschen Bahn lieb sein kann. Bei der Jahrhundertflut 2002 bahnte sich ein Teil der Weißeritz seinen Weg durch das Gebäude am Wiener Platz.

Von Stefan Schramm

Zum Kirchentag im Juni setzte die Sprinkleranlage die Kuppelhalle unter Wasser. Und am Sonntag spielte nun erneut die Sprühflutanlage verrückt. Durch einen Fehlalarm (DNN berichteten) wurde der östliche Teil des Hauptbahnhofs, der bezeichnenderweise im Stadtteil Seevorstadt steht, überflutet. Das Wasser stand flächendeckend mehrere Zentimeter hoch und wurde von Feuerwehrleuten und Bahnhofsmitarbeitern abgeschöpft.

"Das ist nun schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate passiert", ärgert sich Tanja Franke, die in einem Pavillon in der Bahnhofshalle Dresden-Souvenirs verkauft. Einige der Andenken landeten im Müll. Ihren Sachschaden beziffert sie auf rund 300 Euro. Zum Glück habe sie eine Versicherung abgeschlossen, Summe wohl erst mal übernehmen wird. Beträchtlich sei auch der Umsatzausfall. "Wir hatten am Sonntagnachmittag mehr als drei Stunden lang geschlossen, weit und breit war kein Kunde in Sicht", beklagt sich die Souvenirhändlerin.

Auch beim falschen Alarm zum Kirchentag am 1. Juni herrschte großer Andrang im Bahnhof. Auch auf diese Einnahmen musste Franke verzichten.

"Der Sonntagnachmittag gehört zur Hauptreisezeit. Dass die Anlage genau dann auslöste, ist schon sehr ungünstig gewesen", sagt Bahnsprecher Jörg Bönisch. Nun betreiben Experten Ursachenforschung. "Gebrannt hat es jedenfalls nicht. Das hat die Feuerwehr festgestellt", fährt Bönisch fort. Warum die Sprinkleranlage am Sonntag gegen 15.45 Uhr plötzlich losging, war gestern noch nicht bekannt. Zu den möglichen Ursachen zählt unter anderem ein technischer Defekt.

Nicht zuletzt die Deutsche Bahn AG selbst hat ein großes Interesse daran, den Auslöser für die wiederholte Panne zu finden. Denn nicht nur mehrere Mieter im Bahnhof haben Schäden zu beklagen, auch der Konzern selbst ist betroffen. "Das Wasser ist ins Mauerwerk eingedrungen und bis ins Untergeschoss gelaufen", berichtet Bönisch. Dort seien noch nicht mal die Schäden vom vorangegangenen Fehlalarm im Juni komplett behoben. Wegen des jüngsten Wasserschadens ist auch die große Anzeigetafel in der Kuppelhalle außer Betrieb. Dort muss offenbar die Elektronik repariert werden. Wie hoch der Gesamtschaden ist, stand gestern noch nicht fest. "Derzeit können wir keine Zahlen nennen", so Bönisch. "Natürlich haben wir eine Haftpflichtversicherung, aber ob die einspringt, hängt von der genauen Ursache ab."

Neben mehreren Läden und Restaurants war auch die Touristinfo betroffen. Das Problem: Das Sprinklerwasser kam nicht nur von unten, sondern auch von oben und der Seite. Das Dach des kleinen Pavillons ist durchlässig. Ein großer Teil der Waren ist damit ein Fall für die Mülltonne. Die Dresden-Touris wurden gestern allenfalls nur sporadisch informiert. Doch wenigstens bekamen sie keine nassen Füße mehr, denn die Halle war wieder trocken.

Innerhalb der Wohngebäude- und der Hausratversicherung können durch Sprinkleranlagen verursachte Beschädigungen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein. Experten empfehlen deshalb, sofern Sprinkleranlagen in einem Gebäude installiert sind, entweder die Erweiterung des Vertrages auch auf diese Leistung oder den Abschluss einer sogenannten "Sprinkler-Leckage-Versicherung". Sie greift, wenn das Wasser bestimmungswidrig, also nicht im Fall eines Brandes, aus der Anlage austritt. Schaltet sich die Sprinkleranlage ein, um zu löschen, dann trägt die jeweilige Feuerversicherung die auftretenden Folgen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.09.2011

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