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BKA durchsucht Wohnung mutmaßlicher Neonazi-Terroristen in Dresden

BKA durchsucht Wohnung mutmaßlicher Neonazi-Terroristen in Dresden

Die Spuren der rechtsterroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) führen nach Dresden. Zeitgleich haben am Donnerstagmorgen Spezialkräfte GSG 9 und des BKA mit Unterstützung von Polizeikräften Brandenburgs, Sachsens und Thüringens vier Wohnungen in der sächsischen Landeshauptstadt, Jena und Zwickau durchsucht.

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Zielfahnder hatten das Neonazi-Trio aufgespürt.

Quelle: Frank Doebert

Die Adressen stehen im Zusammenhang mit dem ebenfalls am Donnerstagmorgen in Brandenburg verhafteten mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Andre E. Insgesamt waren 90 Beamte bei der abgestimmten Operation im Einsatz.

In Dresden beschränkte sich der Zugriff auf eine einzige Wohnung, wie Staatsanwalt Steffen Haidinger vom Bundesgerichtshof gegenüber DNN-Online bestätigte. Ob sie von Andre E. selbst angemietet wurde oder einem weiteren Verdächtigen gehört, dazu wollte sich die Generalbundesanwaltschaft im Zuge der aktuellen Ermittlungen nicht näher äußern. Die Beamten sicherten dort vorgefundenes Beweismaterial, das jetzt bis zur Auswertung in einer Asservatenkammer zwischengelagert wird. Die Wohnung selbst wurde nach der Durchsuchung versiegelt. Nach nicht bestätigten Informationen des Senders Radio Dresden befinde sich diese in der Dresdner Neustadt.

Der in Brandenburg festgenommene verdächtige Neonazi-Terrorist Andre E. stammt aber aus Sachsen. Er wird beschuldigt, in zwei Fällen den „Nationalsozialistischen Untergrund" unterstützt zu haben. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.  Andre E. soll am Mittag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden. Er steht laut Bundesanwaltschaft zudem im dringenden Verdacht der Volksverhetzung und der Beihilfe zur Billigung von Straftaten. Laut Generalbundesanwalt hat Andre E. im Jahr 2007 den „menschenverachtenden Propagandafilm" produziert, mit dem sich die NSU zu den Morden an den neun Kleinunternehmern mit türkischen und griechischen Wurzeln und zum Mordanschlag auf die beiden Heilbronner Polizisten bekannt hat. Auf dem Film finden sich zudem Ausschnitte aus der Berichterstattung über die beiden Sprengstoffanschläge in Köln, „die auf eine Urheberschaft des NSU schließen lassen".

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Beschuldigte bereits seit dem Jahr 2003 in engem Kontakt mit dem Neonazi-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe stand, die 1998 die NSU gebildet hatten. Sie fanden zudem Belege dafür, dass Andre E. im Jahr 2009 ermäßigte Bahntickets für sich und seine Frau gekauft und an Böhnhardt und Zschäpe weitergegeben hat.

Nach inoffiziellen Informationen ist Andre E. in der Wohnung seines Bruders festgenommen worden, der ebenfalls immer wieder zum Kreis der Verdächtigen gezählt wird. Er soll Mitglied der NPD sein.

dpa/ Madeleine Arndt

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