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Aus dem Landgericht Dresden: Ein Paket aus Kolumbien

Drogendealer vor Gericht Aus dem Landgericht Dresden: Ein Paket aus Kolumbien

Anfang September vergangenen Jahres fiel den Zollbeamten auf dem Leipziger Flughafen ein Paket auf. Es kam aus Kolumbien und war an einen Daniel D. in Dresden adressiert. Der Inhalt des Kartons war als medizinisches Gerät deklariert, darin befand sich aber auch Kokain.

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Als Daniel D. mit seinem Kumpan Vincenzo R. einige Tage später das Gerät knackte, um an das für sie wertvolle Innenleben zu kommen, klingelte die Polizei.

Quelle: Archiv

Dresden. Anfang September vergangenen Jahres fiel den Zollbeamten auf dem Leipziger Flughafen ein Paket auf. Es kam aus Kolumbien und war an einen Daniel D. in Dresden adressiert. Der Inhalt des Kartons war als medizinisches Gerät deklariert. Die Zollbeamten schauten genauer hin und entdeckten im Innenraum des Apparats Kokain – genau 791 Gramm. Sie entnahmen rund 40 Gramm und leiteten das Paket dann an den Empfänger weiter, behielten es aber im Blick. Als Daniel D. mit seinem Kumpan Vincenzo R. einige Tage später das Gerät knackte, um an das für sie wertvolle Innenleben zu kommen, klingelte die Polizei. Seitdem sitzen beide in Untersuchungshaft und seit Freitag auf der Anklagebank des Landgerichts. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vor.

Die „heiße Ware“ war bei einem kolumbianischen Händler für 35 Euro pro Gramm geordert worden, hier in Dresden wollte das Duo das Kokain für 90 bis 100 Euro pro Gramm verkaufen. Da hätten sie mal eben rund 50 000 Euro Gewinn gemacht. Hat aber nicht funktioniert.

Daniel G. räumte den Vorwurf ein, schob aber die Schuld seinem Kumpan zu. Vincenzo R. , den er vor Jahren durch seine Ex-Freundin kennengelernt hatte, habe den Deal organisiert und auch das Kokain bestellt. Damit es nicht so auffällt, hat er meine Adresse angeben, erzählte Daniel D. Der Italiener, der in Dresden einen Textilgeschäft betrieb, hebe enorme finanzielle Probleme gehabt und ihn nur ausgenutzt. „Ich habe seinen neuen Laden ausgebaut, er hat die Rechnungen nicht bezahlt und ich konnte meine Arbeiter nicht bezahlen. Ich bin sogar angezeigt worden,“ beschwerte er sich. Trotzdem hat er sich auf das Geschäft eingelassen.

Vincenzo R. habe ihm angedeutet, das er mit Drogenhandel, seine Geldprobleme lösen wollte und sogar nach möglichen Kunden gefragt, erzählte der 39-Jährige. „Ich dachte nur an die offenen Forderungen und dass ich dann meine Leute bezahlen könnte. Deshalb habe ich mich darauf eingelassen.“ Das kling alles ziemlich verwirrend und auch nicht immer glaubhaft – und wenn es denn wirklich so war, war es von Daniel D. mehr als naiv, bei dem Deal mitzumischen. Am 17. März wird die Verhandlung fortgesetzt, dann wird Vincenzo R. seine Sicht der Dinge präsentieren.

Monika Löffler

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