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Aus dem Amtsgericht Dresden: Tauschbörse für Kinderpornos bestückt

Bewährungsstrafe nach Geständnis Aus dem Amtsgericht Dresden: Tauschbörse für Kinderpornos bestückt

Weil er sich im Internet kinderpornografische Fotos und Videos heruntergeladen und sie auf einer Art Tauschbörse anderen angeboten hat, ist am Mittwoch Gunter K. vom Amtsgericht Dresden verurteilt worden. Hunderte Dateien hatten Kriminalbeamte bei einer Wohnungsdurchsuchung auf seinem Rechner gefunden. Die Kinder in den Filmen waren noch sehr jung, und die Bilder waren heftig.

Justizia hat sich beim Urteil gegen Gunter K., der im Internet kinderpornografische Fotos und Videos heruntergeladen und sie auf einer Art Tauschbörse anderen angeboten hat, schwergetan. Das Urteil fiel vergleichsweise milde aus.
 

Quelle: DNN/Archiv

Dresden.  Jahrelang hat Gunter K. nach der „Vogel-Strauß-Methode“ agiert – Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass alles gut und sich irgendwie fügen wird. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Der 50-Jährige ist ein gestandener Mann. Trotz seiner Intelligenz hat er offenbar allen Ernstes geglaubt, sich irgendwie durchmogeln zu können. Am Mittwoch musste er sich wegen „Besitzes und Fremdbesitzverschaffung von kinderpornografischen Schriften“ (Amtsdeutsch) vor dem Amtsgericht verantworten. Zur Erklärung: Er hatte sich im Internet einschlägige Fotos und Videos heruntergeladen und sie auf einer Art Tauschbörse anderen angeboten. Allerdings war er dabei an Kriminalbeamte geraten, die verdeckt auf diesen Seiten ermittelten. Hunderte Dateien wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung auf seinem Rechner gefunden. Die Kinder in den Filmen waren noch sehr jung, und die Bilder waren heftig.

Der Angeklagte hatte bei den Ermittlungen keine Angaben gemacht, hatte abgewiegelt und gelogen. Er beschuldigte sogar seine eigene Familie. So gerieten vorübergehend seine beiden Söhne und sein Bruder in den Fokus der Beamten. „Schutzbehauptung“ nannte er seine Lüge vor Gericht. Er legte zwar ein Geständnis ab, suchte aber trotzdem immer nach Ausreden. Er habe ein Alkoholproblem gehabt, sei depressiv, nehme seit Jahren Medikamente und habe durch die Antidepressiva gar kein Interesse mehr an Sex. Drängt sich die Frage auf: Warum hat er sich dann die Dateien heruntergeladen? Auf die Seiten will er zufällig gestoßen sein, gibt er zu Protokoll. Zufällig? Da muss man schon sehr gezielt suchen. Dass nur er selbst schuld ist, kann Gunter K. wohl nicht akzeptieren.

Sein Anwalt sprach von einem opferlosen Delikt. Das stimmt so nicht, widersprach Richterin Annegret Lissel. „Sie haben zwar die Kinder nicht angefasst, aber auf jedem Foto ist ein Kind missbraucht worden. Sie tragen eine Mitschuld, weil sie solche Sachen verbreiten“, fuhr sie fort.

Der Angeklagte ist einschlägig vorbestraft. Die Geldstrafe von einst hat ihn nicht beeindruckt. Am Mittwoch rettete ihn sein, wenn auch spätes, Geständnis vor dem Gefängnis. Gunter K. wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das war knapp. „Ich habe mich da sehr schwer getan“, so die Richterin. Zudem muss er 4000 Euro an eine soziale Einrichtung zahlen und eine psychiatrische Therapie absolvieren.

Von Monika Löffler

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