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Aus dem Amtsgericht Dresden: Schuleinbruch scheiterte an voller Blase

Versuchter Diebstahl und Sachbeschädigung Aus dem Amtsgericht Dresden: Schuleinbruch scheiterte an voller Blase

Es erinnert schon ein bisschen an die Olsenbande, wie die Angeklagten am 11. Oktober 2014 agierten - auch wenn sie nicht zu dritt, sondern zu viert unterwegs waren. Nach einigen Bierchen beschlossen sie, in ihre alte Schule, die Dinglingerschule, einzusteigen.

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Wegen versuchten Diebstahls und Sachbeschädigung standen André B. Paul L., Silvio S. und Sebastian S. gestern vor dem Amtsgericht.

Quelle: dpa

Dresden. Es erinnert schon ein bisschen an die Olsenbande, wie die Angeklagten am 11. Oktober 2014 agierten - auch wenn sie nicht zu dritt, sondern zu viert unterwegs waren. Nach einigen Bierchen beschlossen sie, in ihre alte Schule, die Dinglingerschule, einzusteigen, die Getränkeautomaten aufzubrechen und das Geld sowie die Rechner aus dem Computerkabinett zu klauen.

Die Ganoven stiegen über den Zaun, zerschlugen eine Glastür und drangen in das Gebäude ein. Vor dem großen Coup musste einer von ihnen plötzlich pullern und löste, als er die Toilettentür öffnen wollte, Alarm aus. Die vier hauten ohne Beute ab. Dann bemerkte einer der jungen Männer, dass er seinen Rucksack am Tatort stehen gelassen hatte, und einem anderen fiel auf, dass er dort seine Geldbörse verloren hatte. Also liefen alle zurück und der Polizei in die Arme. Den Beamten erklärten sie, dass sie joggen waren. Nach Mitternacht? Das glaubte keiner, zudem waren sie von Anwohnern beobachtet worden.

Wegen versuchten Diebstahls und Sachbeschädigung standen André B. Paul L., Silvio S. und Sebastian S. gestern vor dem Amtsgericht. Die Vorwürfe räumten sie brav ein. "Das hätte nicht sein müssen", erklärten sie unisono. Warum haben sie es dann getan? So richtig erklären, konnten sie das nicht. "Da schwingt schon fast ein bisschen Stolz mit", bemerkte die Staatsanwältin. Einen ähnlichen Eindruck hatte ein Polizist, der bei der Festnahme dabei war.

Die Angeklagten haben viele Gemeinsamkeiten. Alle vier waren einmal Schüler der Dinglingerschule, einer Fördereinrichtung für Lernbehinderte. Alle haben ein geistiges Handicap - aber trotzdem dürften sie gewusst haben, dass man nicht einfach klaut. Zudem sie alle keine unbeschriebenen Blätter sind, sondern gerichtlich vorgewarnt.

Richter Markus Vogel verurteilte Silvio S., mit 29 Jahren der älteste der Truppe, zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er 50 Arbeitsstunden leisten. Das müssen die anderen drei, die nach Jugendstrafrecht verurteilt wurden, zur Schadenswiedergutmachung auch: Paul L. 80 Stunden, André B. 90 und Sebastian S. - der Einzige des Quartetts, der arbeiten geht - 50 Stunden. Der Schule entstand immerhin ein Sachschaden von 860 Euro.

Monika Löffler

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