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Aus dem Amtsgericht Dresden: Kneipenprügelei auf kubanisch

„Wenn Frauen hauen“ Teil II Aus dem Amtsgericht Dresden: Kneipenprügelei auf kubanisch

Maylin P. und Marbelis P. (nicht verwandt und nicht verschwägert aber früher mal befreundet) haben nicht nur im kubanischen Restaurant „Martinez“, sondern auch im Dresdner Amtsgericht für Stimmung im Laden gesorgt.

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Quelle: dpa

Dresden.  Maylin P. und Marbelis P. (nicht verwandt und nicht verschwägert aber früher mal befreundet) haben nicht nur im kubanischen Restaurant „Martinez“, sondern auch im Dresdner Amtsgericht für Stimmung im Laden gesorgt. Schon am ersten Verhandlungstag, am 2. März, wehte neben karibischem Flair, auch sehr viel kubanisches Temperament durch die Gänge. Da klärten die Damen und ihr weiblicher Anhang schon vor dem Saal die Fronten, während der Verhandlung wurde es nicht besser. Jedes Wort und jeder Satz wurde von der „Gegnerin“ und von der Zuschauerbank aus lautstark kommentiert. Richter Ralf Schamber musste mit Ordnungsgeld drohen, um die Gemüter der anwesenden Damen zu beruhigen. Das musste er auch am Donnerstag bei der Fortsetzung der Verhandlung. „Im Fernsehen ist das ganz anders“, bemängelte Marbelis P. die Rüge des Richters, wegen ihrer Zwischenrufe.

Maylin P. musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Sie soll Marbelis P. bei einer zwanglosen Geburtstagsparty zweimal ein Glas ins Gesicht geschlagen und ihr mit den Fingernägeln das Gesicht zerkratzt haben. „Stimmt nicht“, sagte die Angeklagte. Sie habe von der anderen vorher einen Aschenbecher auf den Kopf bekommen und ihr dann nur eine Ohrfeige verpasst. Eventuell sei die durch ihren Ring verletzt worden. Wer nun wirklich mit der wüsten Klopperei angefangen hat, konnte nicht genau geklärt werden. Jede Zeugin erzählte da etwas anderes.

Fest steht nur: Die Damen haben sich richtig in die Wolle gekriegt und waren beide verletzt. Marbelis P. erlitt einen Nasenbeinbruch, eine Schwellung im Augenbereich und blutende Schnittwunden im Gesicht. Mayline P. hatte ebenfalls Schnittwunden und eine Platzwunde am Kopf. „Die sind wie die Furien aufeinander losgegangen, haben sich beschimpft, geschlagen und an den Haaren gezogen. Überall war Blut, auf dem Boden und an der Wand“ erzählte eine Zeugin. „Die Männer hatten richtig Mühe sie zu trennen. Die gingen immer wieder aufeinander los.“ Der Grund für die Prügelei konnte nicht richtig geklärt werden. Es soll um ein Lied gegangenen sein, dass Marbelis P. noch einmal hören wollte, obwohl es an diesem Abend schon einmal gespielt worden war. Ein echter Grund für eine Kneipenschlägerei.

Richter Schamber bot an, auf Antrag der Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen Maylin P. gegen die Zahlung von 1000 Euro an Marbelis P. und 500 Euro an die Staatskasse vorläufig einzustellen. Er hat es gut gemeint, aber offenbar das Temperament der Damen unterschätzt. Es wurde richtig laut. Die eine wollte nicht zahlen, sie sei schließlich auch verletzt worden, der anderen war es zu wenig, sie wollte wohl ihre „Feindin“ im Gefängnis sehen. Nach einer lautstarken Debatte ging man dann doch auf Schambers Angebot ein. Die darauffolgende Stille war sehr erholsam.

Von Monika Löffler

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