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Aus dem Amtsgericht Dresden: Anleger um 85.000 Euro geprellt

Bewährungsstrafe Aus dem Amtsgericht Dresden: Anleger um 85.000 Euro geprellt

„Das Unternehmensberatungsgeschäft ist ein sehr schwieriges und der Beruf sehr schwer und verantwortungsbewusst“ sagte Hans-Joachim W. am Mittwoch im Dresdner Amtsgericht. Da hat der Mann ein wahres Wort gelassen ausgesprochen – nur hat er sich selbst leider nicht daran gehalten.

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Quelle: dpa

Dresden. „Das Unternehmensberatungsgeschäft ist ein sehr schwieriges und der Beruf sehr schwer und verantwortungsbewusst“ sagte Hans-Joachim W. am Mittwoch im Dresdner Amtsgericht. Da hat der Mann ein wahres Wort gelassen ausgesprochen – nur hat er sich selbst leider nicht daran gehalten, deshalb stand er gestern vor dem Amtsrichter. Die Staatsanwaltschaft warf ihm besonders schweren Betrug in neun Fällen vor. Er soll langjährige Kunden um ihr Erspartes geprellt und somit ihr Vertrauen grenzenlos missbraucht haben.

Der 52-Jährige war zwischen 2006 und 2010 als Vermögensberater tätig und versprach seinen Kunden für sie gewinnbringende Geldanlagen zu tätigen. Er überredete sie zum Beispiel ihre Altersvorsorgen zu kündigen, da diese keine große Rendite abwerfen würden. Das Geld würde er für sie gewinnbringender anlegen. Einige seiner Kunden ließen sich darauf ein und überwiesen ihm Geld – insgesamt 85 000 Euro. Ein Ehepaar kündigte seine Lebensversicherungen, weitere die Altersvorsorge, eine Frau verkaufte ihre Wertpapiere. Nur legte Hans-Joachim W. Das Geld nicht an, sondern behielt es für sich.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein. Das Geld habe er aber nicht für sich privat verbraucht, sondern es genutzt, um sein Unternehmen zu vergrößern. „Ich habe es in Akquise und für die Ausrichtung von Messen und Veranstaltungen investiert, um neue Kunden zu werben.“ Mit dem Geld der neuen Kunden wollte er dann die alten auszahlen. Zudem nutzte er die Gelder für die Anmietung und Einrichtung neuer Büros.

Er habe die Hoffnung gehabt, die Gelder zurückzahlen zu können, erklärte der Angeklagte. Nur funktionierte dies nicht. Diese Erkenntnis dämmerte ihm dann spätestens 2009 – als die Geschäfte immer schlechter liefen. 2010 stellte Hans-Joachim W. einen Insolvenzantrag.

„Was geschehen ist, kann ich nicht rückgängig machen. Mein Anwalt hat mir die Augen geöffnet. Ich kann mich nur entschuldigen.“ Das meint der 52-Jährige wohl auch ernst. 50 000 Euro hat er aus seinen Sparanlagen schon zurückgezahlt – das hat man nicht immer – und den Rest will er auch noch begleichen.

Richter Thomas Hassel verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er rechnete ihm sein Geständnis, seine Reue, die Bemühung um Schadenwiedergutmachung und den Umstand, dass Hans-Joachim W. nicht vorbestraft ist, positiv an. Trotzdem gab es noch 100 soziale Arbeitsstunden obendrauf. „Eine Freiheitsstrafe auf Bewährung ist nur ein Wort und nicht fühlbar. Sie sollten aber auch etwas fühlen, deshalb die Arbeitsstunden.“

Monika Löffler

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