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Amtsgericht Dresden: Schwerer Unfall, weil Fußgängerin Umweg sparen will

Verfahren gegen Geldbuße eingestellt Amtsgericht Dresden: Schwerer Unfall, weil Fußgängerin Umweg sparen will

"Ich hatte jemanden auf der Karl-Liebknecht-Straße besucht. Mein Auto stand an der anderen Straßenseite und ich hatte es eilig, wegen eines Arzttermins", erzählte Waltraud B. Sie kam schneller zum Arzt, als ihr lieb war und kassierte dazu noch einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung.

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Richter Hans-Joachim Hlavka stellte das Verfahren gegen die Zahlung von 100 Euro vorläufig ein.

Quelle: dpa

Dresden. "Ich hatte jemanden auf der Karl-Liebknecht-Straße besucht. Mein Auto stand an der anderen Straßenseite und ich hatte es eilig, wegen eines Arzttermins", erzählte Waltraud B. Sie kam schneller zum Arzt, als ihr lieb war und kassierte dazu noch einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung. Sie legte Einspruch ein, darüber wurde gestern am Amtsgericht verhandelt.

Weil sie es am 20. April vergangenen Jahres so eilig hatte, ignorierte die 65-Jährige die links und rechts etwa 30 Meter entfernten Fußgängerüberwege und lief über die Gleisanlage der Straßenbahn. Dann stellte sie sich auf die Kante an den Gleisen und wollte die Straße überqueren. Die 65-Jährige schaute nach rechts, ob ein Auto kommt, und beugte sich dabei wohl weit nach vorn. Eine von links kommende Radfahrerin, die sich, weil ein Auto vorbeifuhr, sehr rechts hielt, konnte nicht mehr ausweichen und prallte mit Waltraud B. zusammen. Beide Frauen fielen auf die Straße.

Die Fußgängerin brach sich bei der Aktion eine Rippe. Die Radfahrerin traf es schlimmer: Die 58-Jährige erlitt eine Brustwirbel- und eine Beckenfraktur sowie einen Bruch des rechten Armes. Barbara H. musste in die Klinik und war lange krank. Erst im September war die Krankenschwester wieder einsatzfähig. Ihr Arm bereitet ihr noch heute Probleme. "Ich kann nicht alle Arbeiten ausführen. Aber ich bin froh, dass ich mich wieder bewegen kann."

Waltraud B. hat über ihre Versicherung Schmerzensgeld an die Radfahrerin gezahlt. Richter Hans-Joachim Hlavka stellte das Verfahren gegen die Zahlung von 100 Euro vorläufig ein. Wäre Waltraud B. lieber die 30 Meter zum Fußgängerüberweg gelaufen, hätte das ihr und vor allem der Radfahrerin viel Kummer und Schmerzen erspart. Der kürzeste Weg ist eben doch nicht immer der beste und sicherste - manchmal lohnt sich ein kleiner Umweg.

ml

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