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Amtsgericht Dresden: Drogen an Minderjährige verkauft

Angeklagter weist Vorwürfe zurück Amtsgericht Dresden: Drogen an Minderjährige verkauft

Wegen Drogenhandels muss er sich ein mutmaßlicher Dealer vom Wiener Platz derzeit vor dem Amtsrichter verantworten. Drogen an Erwachsene zu verkaufen ist schon mies, aber der 28-Jährige soll Haschisch und Marihuana auch Minderjährigen angeboten und verkauft haben.

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Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft. (Symbolbild)

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Der Wiener Platz hat sich zu einem Brennpunkt der Kriminalität in Dresden entwickelt – Raub, Prügeleien, Messerstechereien, Diebstähle. Vor allem ist dort eine massive Zunahme von Drogenkriminalität zu verzeichnen. Die Dealer kommen oft aus dem nordafrikanischen Raum. Die Ladenbesitzer in der Wiener-Platz-Passage haben aufgegeben und ihre Geschäfte dicht gemacht. Die Polizei versucht zwar mit Razzien, der Sache Herr zu werden, aber oft vergeblich. Werden Dealer verhaftet, scheinen sie regelrecht nachzuwachsen. Mohamed B. ist offenbar einer von ihnen. Wegen Drogenhandels muss er sich derzeit vor dem Amtsrichter verantworten. Drogen an Erwachsene zu verkaufen ist schon mies, aber der 28-Jährige soll Haschisch und Marihuana auch Minderjährigen angeboten und verkauft haben. In seinem Zimmer im Asylbewerberheim auf der Pillnitzer Landstraße fanden die Ermittler Drogen und eine Feinwaage. Wie das da hin kam, kann sich der Tunesier nicht erklären. „Vielleicht von den Mitbewohnern?“

„Ich bin gekommen, um die Wahrheit zu sagen“, versprach der Angeklagte. Na ja, zum einen ist er nicht gekommen, sondern wurde gebracht, denn er sitzt in Untersuchungshaft und zum anderen hat er wohl eine eigenen Meinung von der Wahrheit. Mohamed B. räumte ein, selbst Drogen zu konsumieren und mit einem Wladimir einmal Crystal verkauft oder mit ihm gekauft zu haben, so genau war das nicht zu verstehen, wies aber die anderen Vorwürfe vehement zurück. „So etwas habe ich nicht getan“, erklärte er im Brustton der Überzeugung. Er sei mit einer 16-jährigen Schülerin, der er Marihuana verkauft haben soll, nur befreundet gewesen. „Sie hat mich angesprochen und wir haben auch gemeinsam etwas „geraucht“, aber sie hat keine Drogen von mir bekommen“, versicherte der 28-Jährige. Das hatte das Mädchen aber ziemlich detailliert bei der Polizei ausgesagt und ihn auf einem Foto auch identifiziert. Da hat sie sich geirrt, ist sich der Angeklagte sicher. „Dort stehen viele Araber und verkaufen Drogen, sie muss mich verwechselt haben. Kann sein, dass ein Araber, der neben mir stand, ihr etwas verkauft hat, ich nicht.“

Auch Tim K. muss da etwas durcheinander gebracht haben. Den 17- Jährigen führt sein Schulweg am Bahnhof vorbei. „Die Passage ist voll mit Gruppen von Männern. Ende November, Anfang Dezember vergangenen Jahres sprach er mich an und fragte, ob ich Haschisch kaufen will. Ich sagte nein und ging weg, er kam ein Stück hinterher und drehte dann um“, sagte der Schüler. Tim K wurde dann einige Tage später an der gleichen Stelle erneut von Mohamed B. angesprochen. „Es kam dieselbe Frage, er sagte ,Haschisch für elf Euro’ und gab mir seine Telefonnummer.“

Alles gelogen, so der Angeklagte. Mit Drogenhandel habe er nichts zu tun. „Ich bin schon acht Mal kontrolliert worden und hatte nie etwas dabei.“ Wie das funktioniert, hat er, wenn auch unbewusst, gestern im Gericht erklärt. „Als ich und Wladimir das Crystal hatten und die Polizei kam, habe ich es weggeworfen.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

Von ml

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