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2015 mehr Rettungsdienst-Einsätze und 816 Brände mit zwei Toten in Dresden

Bilanz vom Brand- und Katastrophenschutz 2015 mehr Rettungsdienst-Einsätze und 816 Brände mit zwei Toten in Dresden

Die Retter und Brandschützer mussten in Dresden im vergangenen Jahr zu fast 154.500 Einsätzen ausrücken. Das waren knapp 6500 mehr als 2014. Die Zahl der Fehlalarme blieb nahezu konstant. Besonders häufig hat die Brandmeldeanlage eines Einkaufszentrums falschen Alarm gegeben.

Dieser Brand Mitte Februar in Coschütz hatte 2015 einen der größten Feuerwehreinsätze zur Folge.
 

Quelle: Archiv/Roland Halkasch

Dresden. 900 Euro pro Fehlalarm und 18 Einsätze: Die Verantwortlichen der Centrum-Galerie blicken mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf 2015 zurück. Die gute Nachricht: Nie hat es wirklich gebrannt in dem Einkaufszentrum an der Prager Straße. Die schlechte: Dennoch musste die Dresdner Feuerwehr im vergangenen Jahr 18 Mal anrücken. Die automatische Alarmanlage, die der Feuerwehrleitstelle in Übigau automatisch meldet, wenn es zu brennen scheint, sprang im Schnitt mehr als ein Mal pro Monat an. Das Center kosteten die vergeblichen Einsätze eine fünfstellige Summe. Mit 18 Einsätzen war die Centrum-Galerie 2015 Sieger im wenig ehrenhaften Wettbewerb um den Spitzenplatz in der Dresdner Fehlalarm-Top-Liste. Das berichtete Andreas Rümpel, Chef des Dresdner Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, zu dem unter anderem die Berufsfeuerwehr gehört.

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Die Zahl der Brandeinsätze der Dresdner Feuerwehr war im Vergleich zu 2014 fast konstant. Rund 800 Mal mussten die Löschkräfte ausrücken, um Flammen zu bändigen. Dagegen hat die Zahl der technischen Hilfeleistungen, wie sie zum Beispiel nach Sturmschäden nötig sind, deutlich zugenommen.

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Die Einsatzstatistik seines Amtes weist für 2015 mehr Rettungsdienst-Einsätze als im Vorjahr auf. Die Zahl der Brände blieb dagegen konstant, berichtete der Amtsleiter. Alles in allem stieg die Zahl der Einsätze im Vergleich zu 2014 um fast 6500 auf knapp 154.500. Dabei handelte es sich um reichlich 800 Einsätze bei Bränden, etwa so viel wie auch im Jahr zuvor. Die Zahl der technischen Hilfeleistungen, zu denen unter anderem Einsätze bei Sturmschäden zählen, stieg von knapp 2900 im Jahr 2014 auf mehr als 3700 im vergangenen Jahr. Alle Fehlalarmierungen zusammen blieben weitgehend konstant, etwas mehr als 1300 zählte das Amt für Brand- und Katastrophenschutz im vergangenen Jahr. Bei etwa der Hälfte handelte es sich um eine Falschmeldung, die über eine automatische Brandmeldeanlage in Übigau einging. Rund 700 solche Anlagen sind in Dresden direkt mit der Leitstelle verbunden.

196 Brände in Wohngebäuden registrierte die Feuerwehr 2015. „Da sind dann meistens auch Menschen in Gefahr“, erklärte der Amtsleiter die besonderen Anforderungen, die solche Brände an die Löschkräfte und Retter stellen. Bei etwa der Hälfte dieser Fälle sei der Brandherd in der Küche gewesen. „Herde, Toaster, Mikrowellen“, zählte Rümpel die dabei gefährlichsten Küchengeräte auf. 22 Mal brannten 2015 Keller, 26 Mal Balkone und vier Mal Dachstühle.

Die Zahl der Rettungsdienst-Einsätze stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr deutlich: Von reichlich 142.400 im Jahr 2014 auf etwa 148.000 im vergangenen Jahr. Rümpel erklärte das mit dem Bevölkerungszuwachs in Dresden und dem steigenden Durchschnittsalter der Dresdner. Mehr ältere Menschen in der Stadt bedeutet demnach auch, dass die Retter häufiger gefragt sind.

Bürgermeister Detlef Sittel (CDU), zu dessen Amtsbereich der Brand- und Katastrophenschutz gehört, kündigte für 2016 die Weihen der neuen Feuer- und Rettungswachen Albertstadt (25. April) und Klotzsche/Hellerau (13. August) an. Schließungen von Feuerwehr- oder Rettungsdienststandorten sind nicht geplant. Die Wache an der Louisenstraße soll künftig ganz dem Rettungsdienst dienen, die Gebäude im Hof und zur Katharinenstraße hin hat die Feuerwehr bereits abgegeben. Sie dienen jetzt als Unterkünfte für Asylbewerber. Neue Standorte für Stadtteilfeuerwehren sucht das Rathaus derzeit für den Bereich Zaschendorf/Schönfeld/Rockau, für Mobschatz und langfristig auch für Weißig und Langebrück. Investitionen in die Gebäude, zeitgemäße Technik und die Schutzausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren bezeichnete Sittel als Form des Dankes an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte für ihre Arbeit. Der Bürgermeister dankte ihnen auch explizit für die Arbeit im vergangenen Jahr. Alle Stadtteilfeuerwehren seien regelmäßig an Einsätzen beteiligt, sagte Rümpel. Allerdings musste die Wehr in Kaitz im vergangenen Jahr besonders häufig ausrücken: 393 Einsätze stehen dort im Tagebuch für 2015.

Brand- und Katastrophenschutz in Dresden

Herzstück ist die Rettungsleitstelle in Übigau. Dort arbeiten zur Zeit 64 Disponenten. Sie sind für Dresden sowie die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit insgesamt rund 1,1 Millionen Einwohnern zuständig. 2015 vermittelte die Leitstelle mehr als 248.700 Einsätze.

Die Dresdner Berufsfeuerwehr verfügt über fünf Wachen (Neustadt/künftig Albertstadt, Übigau, Striesen, Löbtau und Altstadt. Außerdem gibt es 22 Stadtteilfeuerwehren mit rund 580 aktiven Frauen und Männern. Der Rettungsdienst der Feuerwehr hat 2015 rund 22300 Einsätze abgewickelt. Dazu kamen im vergangenen Jahr mehr als 148.000 Einsätze anderer Rettungsdienst-Anbieter wie der Johanniter, der Malteser und des DRK.

2015 kämpfte die Feuerwehr in Dresden gegen neu Großbrände. Dazu gehörten unter anderem ein Dachstuhlbrand in einem Haus an der Riesaer Straße im Februar, ein Brand in einer Wertstoffaufbereitung am Hammerweg im Juli, ein Lagerhallenbrand am Lugarer Graben im September, Autobrände auf dem Altgorbitzer Ring im Oktober und ein Dachstuhlbrand in einem Haus an der „Großenhainer“ Ende Dezember.

Zwei Menschen kamen 2015 in Dresden bei Bränden ums Leben.

Von Christoph Springer

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